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13.07.2013

12:09 Uhr

Kämpfe im Nord-Sinai

USA fordern Freilassung Mursis

Islamisten setzen ihre Proteste gegen die Entmachtung von Präsident Mursi fort. Die USA fordern die Freilassung des ehemaligen Staatschefs. Auf der Sinai-Halbinsel gibt es derweil Kämpfe zwischen Milizen und dem Militär.

Demonstrationen in Kairo: Anhänger des entmachteten Präsidenten Mursi fordern dessen Wiedereinsetzung. dpa

Demonstrationen in Kairo: Anhänger des entmachteten Präsidenten Mursi fordern dessen Wiedereinsetzung.

Kairo/Washington/BerlinMilizen auf der Sinai-Halbinsel nutzen die Unruhen in Ägypten für neue Angriffe auf staatliche Institutionen. Während in Ägyptens Hauptstadt Kairo am Samstag weiter Tausende Islamisten gegen den Sturz von Präsident Mohammed Mursi protestierten, griffen Bewaffnete den Flughafen der Stadt Al-Arisch mit Panzerabwehrgeschossen an. In Rafah - an der Grenze zum Gazastreifen - wurde ein Armeeposten attackiert. Die US-Regierung schloss sich unterdessen der deutschen Forderung nach einer Freilassung Mursis an.

Anhänger des gestürzten Präsidenten harrten auch am Samstag vor einer Moschee im Stadtteil Nasr aus. Dort wollen sie bleiben, bis Mursi wieder eingesetzt wird. Am Freitag hatte die Muslimbruderschaft zum „Marsch der Millionen“ gegen den „Militärputsch“ aufgerufen. Größere Zusammenstöße mit Gegnern der Islamisten, die ebenfalls demonstrierten, gab es in der Nacht nicht.

Der Islamist Mursi war Anfang Juli nach wochenlangen und teils gewaltsamen Protesten gegen seine Regierung vom Militär abgesetzt und unter Arrest gestellt worden. Sein Aufenthaltsort ist weiterhin unklar. Auch mehrere Führer der Muslimbruderschaft, der auch Mursi vor seinem Amtsantritt als Präsident im vergangenen Jahr angehörte, wurden verhaftet, gegen andere Haftbefehle erlassen.

Die US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sprach sich am Freitag - wie Deutschland zuvor auch - dafür aus, dass Mursi auf freien Fuß kommt. Allerdings ließ sie offen, wie man sich in Washington im Falle einer Freilassung des Islamisten weiter zu dem gewählten, aber vom Militär entmachteten Präsidenten verhalten werde. „Wie wir es schon häufiger gesagt haben, liegt es natürlich beim ägyptischen Volk, die eigene Zukunft und den Weg vorwärts zu bestimmen“, sagte sie.

Aus Sicht des Politikwissenschaftlers Volker Perthes droht nach dem Umsturz in Ägypten kein Bürgerkrieg. Sowohl die Muslimbrüder als auch die Armee seien viel zu stark im Volk verwurzelt, sagte der Vorsitzende der Stiftung Wissenschaft und Politik am Samstag dem Südwestrundfunk. Es gebe in Ägypten zwar eine Tradition von Straßengewalt, aber überhaupt keine von Bürgerkrieg.

Angesichts andauernder Übergriffe bewaffneter Milizen auf Sicherheitskräfte auf dem Sinai rechnen Beobachter mit einem größeren Militäreinsatz im Norden der Halbinsel. Am frühen Samstagmorgen setzte die Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen bereits Hubschrauber im Kampf gegen Dschihadisten ein.

Auf der Halbinsel tummeln sich seit den arabischen Aufständen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Februar 2011 immer mehr islamistische Milizen, Schmuggler und bewaffnete Banden. Seit der Entmachtung Mursis nehmen die Angriffe auf ägyptische Sicherheitskräfte weiter zu. Militäroperationen in der Region - die es auch unter Mursi gab - blieben in der Vergangenheit ohne langfristigen Erfolg.


Von

dpa

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

13.07.2013, 08:34 Uhr

Mursi wie auch sein (Ex)Muslim-Bruder Erdogan in der Türkei ist eine Marionette der (Anglo)Amerikaner und ihrer Geldaraber (insbesondere den Saudis und Katar) - die Muslimbrüder wurden schon seit der Britischen Kolonialzeit von diesen (und später den Amis) gesteuert.

Warum es bei dem ganzen Zauber um das Östliche Mittelmeer herum (Arabischer Frühling, Türkischer Frühling, Gazaboote der Türkei, Griechenland-Schuldenbehandlung, Zypern-Finanzangriff, Angriffskrieg auf Libyen und Syrien....) geht, ist die Kontrolle der Gasfelder des Östlichen Mittelmeers und von Gaspipelines (insbesondere im Fall Syriens). Das heißt, es geht letztlich darum, wer die Energieversorgung Europas kontrolliert.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/israels-energiepolitische-gesamtstrategie-wird-erkennbar.html

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/dimitrij-minin/erfuellen-sich-die-israelischen-erdgas-hoffnungen-vorwuerfe-gegen-israel-erdgas-aus-vorkommen-in-g.html

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/washingtons-islamisten-strategie-geraet-durch-mursis-sturz-in-die-krise.html

Heinz

13.07.2013, 08:53 Uhr

Wieso setzt sich Deutschland für die Freilassung Mursis ein?
Das ist ein Islamist par excellence für den es die Worte Dialog, Kompromiss und Toleranz überhaupt nicht gibt.
Oder in anderem Wortlaut "ein lupenreiner Demokrat".

Account gelöscht!

13.07.2013, 09:25 Uhr

Leider ist in der deutschen Außenpolitik der Begriff der "Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder" verloren gegangen.
Stattdessen hat sich eine arrogante Form der hegemonialen Bevormundung eingeschlichen, die uns nicht gut zu Gesicht steht.

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