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15.03.2012

11:08 Uhr

Kämpfe in Damaskus

Gefechte am Jahrestag des syrischen Aufstands

Genau ein Jahr ist es her, da fielen in Syrien die ersten tödlichen Schüsse auf Anti-Assad-Demonstranten. Am Jahrestag des Aufstands ist die Gewalt noch immer nicht beendet. Aus Damaskus werden Kämpfe gemeldet.

Syrer stehen betend am Sarg eines Getöteten. Reuters

Syrer stehen betend am Sarg eines Getöteten.

Damaskus/IstanbulEin Jahr nach Beginn des Aufstandes in Syrien nimmt die Gewalt weiter zu. Am Donnerstagmorgen wurden aus drei Stadtteilen der Hauptstadt Damaskus Gefechte zwischen den Regierungstruppen und oppositionellen Kämpfern gemeldet.

Der Nachrichtensender Al-Dschasira veröffentlichte unterdessen ein Video, in dem bewaffnete Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad aus der Ortschaft Duma die Freilassung aller Gefangenen aus Duma fordern. Die Bewaffneten drohten, einen angeblich von ihnen gefangen genommenen General der Armee zu töten, falls diese Forderung nicht binnen 72 Stunden erfüllt werden sollte.

In mehreren Ländern sind diese Woche Protestaktionen geplant, um an den Beginn der syrischen Revolution am 15. März 2011 zu erinnern. Damals war eine kleine Demonstration in Damaskus mit Gewalt aufgelöst worden. Drei Tage später fielen in der Provinzstadt Daraa die ersten tödlichen Schüsse auf Demonstranten. In der türkischen Stadt Gaziantep versammelten sich am Donnerstag rund 300 Aktivisten, die einen „Friedensmarsch“ zur syrischen Grenze planten.

Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete unterdessen, aus E-Mails von Assad, die sich Hacker beschafft hätten, gehe hervor, dass dieser zu Beginn des Aufstandes von der iranischen Führung den Rat erhalten habe, in seinen öffentlichen Auftritten Härte und Stärke zu demonstrieren. Die ersten Reden Assads hatten damals maßgeblich zu einer Radikalisierung der Protestbewegung beigetragen, die mit friedlichen Pro-Reform-Demonstrationen begonnen hatte.

Die E-Mails, deren Echtheit laut „Guardian“ letztlich nicht zweifelsfrei überprüft werden kann, zeigen auch, dass eine Tochter des Emirs von Katar vergeblich versucht hatte, die Präsidentengattin Asmaa al-Assad für eine Exil-Lösung zu gewinnen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

15.03.2012, 12:06 Uhr

Also, daß Demonstrationen gewaltsam aufgelöst werden ist tatsächlich ein syrisches Unikum. "Es gibt keinen Kompromiß mit Terroristen, die bewaffnet Chaos verbreiten, keinen Kompromiß mit denen, die sich mit dem Ausland gegen uns verschworen haben", so Herr Assad seinerzeit. Das geht ja nun gar nicht.

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