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05.03.2011

09:06 Uhr

Kämpfe in der Nacht

Blutiger Bürgerkrieg in Libyen

In Libyen tobt ein blutiger Bürgerkrieg. In der Nacht lieferten sich die Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi und Aufständische weiter schwere Kämpfe. Weitere Funktionäre haben sich von al-Gaddafi losgesagt.

Neben dem Ölhafen Las Ranuf haben die immer weiter nach Westen vordringenden Gegner des libyschen Machthabers nach eigenen Angaben weitere Gebiete eingenommen. So sei auch die Bin Dschawad unter ihrer Kontrolle, teilten die Rebellen mit. Quelle: dapd

Neben dem Ölhafen Las Ranuf haben die immer weiter nach Westen vordringenden Gegner des libyschen Machthabers nach eigenen Angaben weitere Gebiete eingenommen. So sei auch die Bin Dschawad unter ihrer Kontrolle, teilten die Rebellen mit.

Tripolis/Dubai/BerlinIn Libyen liefern sich Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi und Aufständische weiter schwere Kämpfe. Allein in der Stadt Al-Sawija sollen nach Berichten des arabischen Senders Al-Dschasira am Freitag mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Lage war unübersichtlich, beide Seiten gaben an, die Stadt rund 50 Kilometer westlich von Tripolis zu kontrollieren. Weitere Gefechte wurden auch aus dem weitgehend von Aufständischen kontrollierten Osten des Landes gemeldet, darunter auch aus der Hafenstadt Ras Lanuf. Die internationale Gemeinschaft versucht derweil, tausende aus Libyen geflüchtete Ausländer in ihre Heimatstaaten zu bringen.

Bei Explosionen in einem Munitionsdepot in der Aufständischen-Hochburg Bengasi im Osten Libyens kamen Berichten zufolge am Abend mindestens zwölf Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Die Explosionsursache war zunächst unklar.

Krankenhausärzte sagten laut Al-Dschasira, Aufständische hätten die Explosionen ausgelöst, als sie Waffen aus dem Depot holen wollten. Andere machten hingegen Gaddafis Truppen dafür verantwortlich.

In Al-Sawija hielten die Kämpfe bis zum Abend an. Einwohner berichteten, Soldaten hätten die Stadt umstellt. Al-Sawija ist die westlichste libysche Stadt, in der Gegner Gaddafis den Aufstand proben.

Am Freitag war es nach dem Mittagsgebet auch in der von Sicherheitskräften stark gesicherten Hauptstadt zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des Staatschefs gekommen. Die Polizei ging nach Angaben von Augenzeugen mit Gummigeschossen und Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Im Osten des Landes griffen Regierungstruppen erneut mehrere Stellungen der Aufständischen an. Wie ein Arzt in Bengasi sagte, hätten die Truppen Gaddafis in Al-Brega auch Panzer und Hubschrauber eingesetzt. In der benachbarten Stadt Adschdabija hätten sie aus der Luft ein Munitionsdepot und einen Versammlungsort von Aufständischen bombardiert. 18 Menschen seien getötet worden. Von anderer Seite konnte dies nicht bestätigt werden.

Schwere Kämpfe wurden auch aus dem rund 660 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Ölhafen Ras Lanuf gemeldet, der noch von Gaddafis Truppen gehalten wird. Auch dort soll es viele Todesopfer gegeben haben.

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