Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.07.2014

19:11 Uhr

Kämpfe in der Ukraine

Donezk – eine Stadt versinkt im Krieg

Die Bergbaustadt Donezk war einst das industrielle Herz der Ukraine. Jetzt regiert auf den Straßen die Angst. Russland droht mit einer Offensive, doch Präsident Putin zeigt sich am Rande der WM für Verhandlungen offen.

Auf den Straßen von Donezk regieren derzeit die pro-russischen Separatisten. dpa

Auf den Straßen von Donezk regieren derzeit die pro-russischen Separatisten.

Die ukrainische Luftwaffe hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew erneut Separatistenstellungen angegriffen und dabei dutzende Aufständische getötet. Zudem sei Technik der „Terroristen“ zerstört worden, teilte das Ministerium in Kiew mit. Allein bei zwei der insgesamt fünf gezielten Luftschläge seien bis zu 40 Separatisten getötet worden, hieß es. Für die übrigen Angriffe nannte das Ministerium zunächst keine Opferzahlen. Die Kämpfe dauerten auch am Sonntag an.

Dabei kam es nach Moskauer Behördenangaben erstmals auch zu einem tödlichen Zwischenfall auf russischer Seite. Ein 45 Jahre alter Mann sei beim Einschlag eines Munitionskörpers in seinem Haus im Gebiet Rostow getötet worden, teilte der Sprecher der Nationalen Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, mit. Zudem sei eine Frau in dem Haus durch die Druckwelle des Geschosses verletzt worden.

Moskaus Vize-Außenminister Grigori Karassin kritisierte im russischen Staatsfernsehen „Rossija 24“ die neuerliche Grenzverletzung und kündigte eine Antwort an. Die eskalierende Gewalt sei eine „Gefahr für unsere Bürger nun auch auf unserem Territorium. Es ist klar, dass das natürlich nicht ohne Reaktion bleiben wird“, sagte Karassin. Der Vorfall zeige, dass dringend eine neue Waffenruhe sowie die Rückkehr zum Verhandlungstisch nötig seien.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Das russische Außenamt überreichte dem Geschäftsführer der ukrainischen Botschaft eine Protestnote gegen den „Akt der Aggression“. Moskau hatte Kiew angesichts des wiederholten Grenzbeschusses mit Konsequenzen gedroht. Diese „äußerst gefährliche Eskalation der Spannungen an der russisch-ukrainischen Grenze“ könne „unumkehrbare Folgen“ haben, für die Kiew die Verantwortung trage. Russland hatte damit gedroht, zum Schutz seiner Bürger notfalls auch sein Militär in der Ukraine einmarschieren zu lassen.

Ob der brisanten Situation in der Ostukraine haben am Rande der Veranstaltungen der Fußballweltmeisterschaft im brasilianischen Rio de Janeiro auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsident Wladimir Putin über den Konflikt gesprochen. Sie seien sich einig gewesen, dass „möglichst bald direkte Gespräche zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatisten in Form einer Videokonferenz aufgenommen werden sollen“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Ferner seien eine wirkungsvolle Kontrolle der ukrainisch-russischen Grenze sowie ein Austausch von Gefangenen wichtige Voraussetzungen für das Ziel einer baldigen beiderseitigen Waffenruhe.

Der Kreml teilte mit, Merkel und Putin seien sich in ihrem Gespräch einig darüber gewesen, dass sich die Lage in der Ukraine verschlechtert habe. Sie hätten in Rio de Janeiro einen „konstruktiven Dialog“ fortgesetzt und dabei „detailliert über Möglichkeiten einer Lösung für die Situation in der Ukraine“ gesprochen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Das Treffen von Merkel und Putin fand kurz vor dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Rio statt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Eric Boule

15.07.2014, 11:28 Uhr

Ideeen+Gefuehle kan man nicht ausbomben+erschiessen das wird die Ukraine zu ihrem Schaden herausfinden.Schade dass die CIA in diesem Land das Sagen hat,damit werden EU-Vermittlungen effektiv verhindert.
EU verhandelte m Ukraine Handelsvertrag m nur Moeglichkeiten zum Abbruch bestehender Vertraege m Russland,also hat Janukowitch nicht unterzeichnet.USA+ultrarechte Elemente in EU+Ukraine haben Maydanrevolution kreiert die zu einer neuen Regierung ohne Wahlen resultierte.Eine Regierung worin ultrarechte Elemente ueberrepresentiert waren+welche sofort antirussische Massnahmen getroffen hat wie Sprache+Vertretung nach Kiev.Seit der Revolution im Osten beraet die CIA Ukraine und is nur interessiert an Schaden fuer Russenbelange.Schuldige EU-Politiker haetten besser wissen muessen.Wenn Putin etnische Russen+Russenbelange a/d Grenze nicht unterstuetzt,faellt sein Regime ganz schnell und kommen ultrarechte Elemente,was im USABelang ist aber nicht fuer die EU

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×