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10.05.2011

13:07 Uhr

Kämpfe in Libyen

NATO-Kampfjets greifen wieder in Tripolis an

Nach heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen im Osten Libyens startete die NATO wieder Luftangriffe in der Hauptstadt Tripolis. Auch ein Anwesen der Gaddafi-Familie schien getroffen worden zu sein,

Getroffen wurden bei den Angriffen auch ein Gebäude, das bisweilen von Parlamentariern genutzt wird. Quelle: dapd

Getroffen wurden bei den Angriffen auch ein Gebäude, das bisweilen von Parlamentariern genutzt wird.

TripolisBei NATO-Luftangriffen auf Ziele in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind in der Nacht zum Dienstag vier Gebäudekomplexe bombardiert worden. Laute Explosionen waren in der Stadt zu hören und Rauchsäulen stiegen auf. Zwischen den Luftangriffen warf ein Flugzeug Leuchtfackeln ab. Einige Bewohner antworteten mit Schüssen in die Luft. Wenige Stunden vor den Luftangriffen kam es im Osten des Landes zu heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen.

Eines der getroffenen Gebäude gehörte nach Angaben von Bewohnern dem Militärgeheimdienst. In den frühen Morgenstunden wurde Journalisten ein getroffenes Gebäude gezeigt, das manchmal von Parlamentariern genutzt wird. Was sonst noch angegriffen wurde, war zunächst unklar. Der Rauch schien jedoch über einem weitläufigen Anwesen der Familie von Machthaber Muammar al Gaddafi aufzusteigen. Eine Bestätigung war zunächst nicht möglich, da Journalisten ihre Quartiere in Tripolis nur in Begleitung von Regierungsbeamten verlassen dürfen.

Den Journalisten wurden auch Schäden an einem Krankenhaus in der Nähe eines der Ziele der nächtlichen Luftangriffe gezeigt. Einige Fenster waren zerbrochen und mehrere Dachziegel heruntergefallen. Mustafa Rahim, ein Arzt des Krankenhauses sagte, ein Kind sei schwer verletzt worden.

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos rief alle am Konflikt beteiligten Seiten zu einer Waffenruhe auf, um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung, Wasser, medizinischer Hilfe und sonstigen Hilfsgütern zu ermöglichen. Dem UN-Sicherheitsrat sagte sie, eine Kampfpause würde es den Hilfsorganisationen außerdem erlauben, noch immer in Libyen festsitzende ausländische Arbeiter zu evakuieren. Die Bevölkerung bekäme eine Verschnaufpause.

Melissa Fleming, Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks forderte am Dienstag die europäischen Länder, die im Mittelmeer vor Libyen patrouillieren, zu aktiverer Hilfe für Flüchtlingsboote auf. „Jedes Boot, das Libyen verlässt, muss ab dem ersten Moment als hilfsbedürftig angesehen werde“, sagte sie in Genf. Die Schiffe sollten nicht erst auf einen Notruf warten, sondern die Flüchtlinge gleich retten. Ein somalischer Diplomat habe sie darüber informiert, dass die Leichen von 16 Flüchtlingen geborgen worden seien, deren mit 600 Personen besetztes Boot am Freitag vor Tripolis unterging. Unter den geborgenen Leichen hätten sich zwei Säuglinge befunden.

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