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12.03.2012

15:33 Uhr

Kämpfe in Nahost

Gaza-Extremisten sterben bei Luftangriff

Der Frieden in Nahost ist offenbar in weite Ferne gerückt: Zwei Extremisten und drei Zivilisten sind bei einem israelischem Luftangriff getötet worden. Zudem wurden 25 Zivilisten beim Beschuss eines Wohnhauses verletzt.

Luftangriff auf Gaza-Extremisten

Video: Luftangriff auf Gaza-Extremisten

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GazaUngeachtet internationaler Vermittlungsbemühungen hat die israelische Luftwaffe am Montag erneut Ziele im Gazastreifen bombardiert. Zwei Extremisten und drei Zivilisten wurden getötet, wie die palästinensischen Behörden mitteilten. Vom Gazastreifen aus wurden unterdessen erneut Raketen auf den Süden Israels abgefeuert.

Die israelischen Streitkräfte flogen nach eigenen Angaben am Montagmorgen neun Luftangriffe auf Raketenstellungen und ein Waffenlager. Die Gruppe Islamischer Dschihad erklärte, zwei ihrer Mitglieder seien ums Leben gekommen. Ein 16-jähriger Schüler wurde getötet, als eine Gruppe von fünf Zivilisten Ziel eines Angriffs wurde, wie ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen erklärte. Etwa 25 Menschen, darunter mehrere Kinder, wurden demnach in Gaza verletzt.

Der israelische Militärsprecher Yoav Mordechai sagte, ein Angriff habe sich gegen Munition gerichtet, die in einem Wohngebäude gelagert worden sei. Die Luftangriffe sind nach Angaben der Streitkräfte eine Reaktion auf den anhaltenden Raketenbeschuss.

Der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, am Montagmorgen seien 16 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Eine Rakete habe einen Kindergarten getroffen, es sei jedoch niemand verletzt worden. Die Schulen in der Region blieben den zweiten Tag in Folge geschlossen. Am Sonntag war eine Rakete in einem Schulhof eingeschlagen.

Ebenfalls am Montag feuerten Extremisten drei Mörsergranaten auf den Grenzübergang Kerem Schalom ab. Auf der palästinensischen Seite wurden zwei Autos getroffen. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand. Seit Beginn der jüngsten Gefechte hat das Raketenschild „Eiserne Kuppel“ nach israelischen Angaben Dutzende Geschosse abgefangen.

Ägypten hat sich bisher vergeblich bemüht, eine Waffenruhe zu vermitteln. Die Hamas forderte auch andere Länder der Region auf, sich an den Vermittlungsversuchen zu beteiligen. Die Extremisten und Ägypten fordern jedoch, dass Israel zunächst seine Luftangriffe einstellt.

„Der zionistische Staat hat die Aggression begonnen“, erklärte der stellvertretende Generalsekretär des Islamischen Dschihads, Siad Nachleh, auf der Website der Organisation. „Er muss seine Aggression zuerst beenden und dann werden wir die Lage bewerten.“ Auslöser der jüngsten Gewaltwelle war ein tödlicher Angriff auf eine Extremistenorganisation im Gazastreifen. Es ist die größte Auseinandersetzung zwischen beiden Seiten seit Monaten.

In den Jahren 2008 und 2009 kam es zu einer großangelegten Bodenoffensive Israels gegen den Gazastreifen, um die Raketenangriffe zu stoppen. Dabei wurden 1400 Palästinenser und 13 Israelis getötet.

Für Montagabend ist in New York ein Treffen des Nahost-Quartetts geplant, das sich um die Wiederbelebung des Friedensprozesses in der Region bemüht. Dem Viererbund gehören die USA, Russland, die Vereinten Nationen und die Europäische Union an.

Von

dapd

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