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14.04.2015

13:46 Uhr

Kämpfe in Südjemen

Huthi-Milizen an mehreren Fronten zurückgedrängt

Dem von Saudi-Arabien geführten Bündnis ist ein Erfolg im Kampf gegen die Huthi-Rebellen im Jemen gelungen: Die Miliz hat an mehreren Fronten Rückschläge erlitten. Der Iran stellte ein Programm zur Schlichtung vor.

Aden ist die letzte Großstadt, die noch von Anhängern des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gehalten wird. AFP

Jemenitische Kämpfer

Aden ist die letzte Großstadt, die noch von Anhängern des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gehalten wird.

AdenDie schiitische Huthi-Miliz hat nach Darstellung ihrer Gegner an mehreren Fronten im Süden des Jemen Rückschläge erlitten. In der umkämpften Hafenstadt Aden hätten die Huthis ihre Kämpfer aus dem Bezirk Chor Maksar zurückgezogen, teilte die Südmiliz am Dienstag mit.

Damit verlören die Huthis den Zugang zu einer wichtigen Brücke in Richtung Innenstadt. In der Provinz Schabwa sei ein Infanteriestützpunkt von den Huthis zurückerobert worden. In der Provinz Dhalea und der Stadt Huta wurden den Angaben zufolge Dutzende Huthi-Kämpfer getötet.

Aden ist die letzte Großstadt, die noch von Anhängern des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gehalten wird. Der Konflikt gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem schiitischen Iran, der die Huthis unterstützt, und dem sunnitischen Saudi-Arabien. Seit drei Wochen greift ein vom Königreich angeführtes Bündnis sunnitischer Länder Stellungen der Huthis aus der Luft an.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Der Iran präsentierte am Dienstag ein Vier-Punkte-Programm zur Lösung des Konflikts. Er sieht eine Feuerpause, humanitäre Hilfen, einen inner-jemenitischen Dialog und eine breit angelegte Regierung vor. Luftangriffe „sind schlicht nicht die Antwort“, sagte Außenminister Dschawad Sarif in Madrid. Auch alle Kämpfe am Boden sollten eingestellt werden.

Die Islamische Republik unterstützt die Huthis politisch, nach eigenen Angaben aber nicht militärisch.

Von

rtr

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