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25.03.2012

15:53 Uhr

Kämpfe in Syrien

Armee nutzte Menschen als Schutzschilde

In Syrien hat es Kämpfe in der Hauptstadt Damaskus gegeben, auch in einer Provinz kam es zu Auseinandersetzungen. Bei Kämpfen soll die syrische Armee zudem Menschen als Schutzschilde missbraucht haben.

Kämpfer der „Free Syrian Army“ in der Provinz Idlib. AFP

Kämpfer der „Free Syrian Army“ in der Provinz Idlib.

Bei neuen Kämpfen syrischer Regierungstruppen mit Deserteuren sind in der Provinz Daraa fünf Deserteure und drei Soldaten getötet worden. Das teilte eine syrische Menschenrechtsgruppe am Sonntag in Kairo mit. In drei Vororten der Hauptstadt Damaskus griffen Rebellen am Sonntag Regierungstruppen an. Dabei seien Granaten abgefeuert worden, hieß es.

Unterdessen berichtet Human Rights Watch, dass syrische Regierungssoldaten Zivilisten als Schutzschilde missbraucht hätten. Die Truppen und regierungsnahe Milizionäre hätten Bewohner der Provinz Idlib gezwungen, vor ihnen zu gehen, als sie auf Rebellenhochburgen der Region vorgerückt seien.

Augenzeugen zufolge war das Ziel der Anweisung, die Soldaten vor Angriffen zu schützen. „Die syrischen Streitkräfte müssen diese abscheuliche Methode umgehend stoppen“, sagte Ole Solvang von Human Rights Watch.

Der Sondergesandte der Arabischen Liga und der UN, Kofi Annan, sucht derweil in Moskau nach einer politischen Lösung der Syrienkrise. Russland arbeitet an einem Vorschlag für einen Waffenstillstand. Gemeinsam mit China hat Russland mit Sanktionen bewehrte Resolutionen des UN-Sicherheitsrates bisher verhindert. In Moskau sprach der UN-Gesandte Kofi Annan mit der russischen Führung, die ihm anschließend Rückendeckung für seine Mission gab.

Die internationale Gemeinschaft hat nach Ansicht des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan die Pflicht, eine Lösung für den Konflikt in Syrien zu finden. „Wir können nicht einfach abwarten und zusehen, was in Syrien passiert“, sagte Erdogan nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Seoul, laut türkischer Nachrichtenagentur Anadolu. Seit Beginn der Unruhen vor einem Jahr sind mehr als 17.000 Syrer in die Türkei geflüchtet.

Am 1. April ist die Türkei Gastgeber einer Konferenz der Kontaktgruppe der Freunde Syriens. US Präsident Obama wolle dort für „nicht-militärische“ Hilfe eintreten, sagte am Sonntag sein stellvertretender Sicherheitsberater Ben Rhodes.

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