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22.07.2015

07:38 Uhr

Kämpfe in Syrien

Drei spanische Reporter vermisst

Syrien gehört zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Seit Jahren toben Kämpfe, auch um die nördliche Stadt Aleppo. Dort sind nun drei spanische Reporter verschwunden. Sie könnten in die Hände des IS geraten sein.

Aus der schwer umkämpften Stadt Aleppo im Norden Syriens haben die drei spanischen Reporter zuletzt berichtet. AFP

Zerstörte Stadt

Aus der schwer umkämpften Stadt Aleppo im Norden Syriens haben die drei spanischen Reporter zuletzt berichtet.

MadridIm Bürgerkriegsland Syrien werden drei spanische Reporter vermisst. Die freien Journalisten Antonio Pampliega, Ángel Sastre und José Manuel López hätten aus der Region um die umkämpfte Stadt Aleppo berichtet, sagte die Chefin des spanischen Verbands der Pressevereinigungen, Elsa González, am Dienstag im Fernsehen. Die Männer reisten demnach am 10. Juli nach Syrien, seit dem 12. Juli fehlt jedes Lebenszeichen.

In der Region im Norden des Landes wüteten „heftige Kämpfe“, daher gebe es „Grund zur Besorgnis“, sagte González. Im Moment könne der Verband aber nur von einem „Verschwinden“ der Journalisten sprechen. Dem spanischen Sender TVE zufolge arbeiteten die drei Reporter gemeinsam an einem Bericht, das wollte González aber nicht bestätigen. Sie sagte AFP, spanische Regierungsvertreter hätten sie darüber informiert, dass die Reporter verschollen seien.

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Pampliega und López hatten in der Vergangenheit unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP gearbeitet. Die Familien der Vermissten baten in einer Erklärung um „Respekt“ sowie um „größtmögliche Zurückhaltung“ in Bezug auf den Fall. Das spanische Außenministerium erklärte, über die Situation „im Bilde“ zu sein und an der Aufklärung zu arbeiten.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen stuft Syrien als das derzeit gefährlichste Land für Journalisten weltweit ein. Im Jahr 2013 waren drei spanische Journalisten in Syrien entführt worden, unter anderem von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Sie wurden nach mehreren Monaten wieder freigelassen. Im August 2014 tötete die Miliz den US-Journalisten James Foley, der zuvor im Norden von Syrien verschleppt worden war.

Die syrischen Flüchtlinge und die Nachbarstaaten

Fast vier Millionen Flüchtlinge

Der syrische Bürgerkrieg hat sich zu einer humanitären Katastrophe entwickelt. Mehr als 3,8 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, seit vor vier Jahren der Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad begann. Die meisten von ihnen sind in den Nachbarländern untergekommen und haben diese damit vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt. Viele von ihnen sind nirgendwo registriert. Hier ein Überblick über die Situation. (Quelle: AP)

Libanon

1,2 Millionen Flüchtlinge sind registriert. In den oft spontan errichteten Notunterkünften werden jedoch noch zahlreiche weitere Vertriebene vermutet. Mit einer ursprünglichen Einwohnerzahl von 4,5 Millionen ist der Libanon damit nach Angaben der Vereinten Nationen das Land mit der höchsten Flüchtlingsquote der Welt. Die Regierung in Beirut hat aus Furcht um die innere Stabilität des Landes eine Reihe von Beschränkungen für Syrer verhängt. Eine der wichtigsten ist die Visumpflicht.

Jordanien

Nach offiziellen Angaben sind 625 000 Syrer nach Jordanien geflohen. Viele Flüchtlingslager stehen direkt an der Grenze zu Syrien, andere in der Nähe von Großstädten. Im größten Lager, Sataari, leben etwa 84 000 Flüchtlinge unter direkter Verwaltung der Regierung und der Vereinten Nationen.

Türkei

Der nördliche Nachbar Syriens hat 1,6 Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge registriert. Die Regierung hat 21 Flüchtlingslager errichtet, zu denen auch Schulen und medizinische Einrichtungen gehören.

Irak

Der Irak wird selbst von einem Bürgerkrieg erschüttert. Trotzdem hat er 245 000 Flüchtlinge aufgenommen. Die meisten von ihnen sind Kurden, die in die von ihren Stammesverwandten bewohnten Gegenden im Nordirak gezogen sind. Zehntausende hausen in Zeltstädten oder eilig aus dem Boden gestampften Baracken. Die Regierung der weitgehend autonomen Kurdenregion im Irak erlaubt den Flüchtlingen eine große Freizügigkeit. Einige haben Arbeit und Wohnungen in Städten gefunden.

Ägypten

Die Regierung in Kairo geht nach eigenen Angaben von 136 000 Bürgerkriegsflüchtlingen aus. Doch selbst Beamte schätzen, dass hunderttausende Syrer im Land leben, die nicht registriert sind.

Aleppo, einst eine florierende Handelsmetropole, ist derzeit schwer umkämpft. Die Stadt ist praktisch geteilt in einen von den Aufständischen kontrollierten Osten und einen von Regierungstruppen gehaltenen Westen. Weite Teile der Stadt sind zerstört, ein Großteil der Zivilbevölkerung ist geflohen.

Von

afp

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