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07.08.2012

03:23 Uhr

Kämpfe in Syrien

Uno-Beobachter aus Aleppo abgezogen

Angesichts der zunehmenden Gewalt in der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo haben die Vereinten Nationen ihre Beobachter aus der Stadt abgezogen. Der Missionschef sorgt sich auch um die Zivilisten.

Die Polizei versucht einen UN-Bus in Aleppo zu schützen. AFP

Die Polizei versucht einen UN-Bus in Aleppo zu schützen.

New YorkDie rund 20 unbewaffneten Beobachter seien am Wochenende in ihr Hauptquartier in der Hauptstadt Damaskus zurückverlegt worden, sagte eine Uno-Sprecherin am Montag in New York. Es handele sich um einen vorübergehenden Abzug wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage.

Die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad hatten ihre Angriffe auf von den Rebellen kontrollierte Stadtteile von Aleppo in den vergangenen Tagen verstärkt. Laut Aktivisten wurden in der Stadt in den vergangenen zwei Wochen hunderte Menschen getötet.

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Aleppo war eine von vier regionalen Basen in Syrien, in denen die Uno-Beobachtermission UNSMIS stationiert war, obwohl die Beobachter im Juni angesichts der eskalierenden Gewalt ihre Arbeit größtenteils faktisch einstellten. Die Zahl der Beobachter in Syrien wurde von 300 auf 150 halbiert. Das Mandat der Mission läuft noch bis zum 20. August; wie es dann mit der Mission weitergeht, ist unklar.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

Israel

Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

Saudi Arabien und Katar

Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

Türkei

Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

Libanon

Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

Iran

Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

Al-Kaida

Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Missionsleiter General Babacar Gaye äußerte am Montag große Sorgen angesichts der Lage der Bewohner von Aleppo. Die Konfliktparteien müssten Zivilisten schützen und das internationale humanitäre Völkerrecht akzeptieren. Bei der Gewalt in Syrien wurden am Montag nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 137 Menschen getötet, unter ihnen 82 Zivilisten.

Von

afp

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