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17.08.2013

09:39 Uhr

Kairo

Mursi-Anhänger verlassen belagerte Moschee

Islamistische Demonstranten verbarrikadierten sich gestern nach Ausgangssperre in einer Moschee. Am Morgen wurde sie nun geräumt. Derweil verbreiten Islamisten Twitter-Botshaften im Namen des Innenministeriums.

Der Blick auf die Moschee im Stadtteil Nasr City von Kairo. Stundenlang umstellte die Polizei das Gebäude. dpa

Der Blick auf die Moschee im Stadtteil Nasr City von Kairo. Stundenlang umstellte die Polizei das Gebäude.

KairoIslamistische Demonstranten haben nach stundenlangen Verhandlungen am Samstagmorgen eine Moschee in Kairo geräumt, die von der Polizei und Hunderten von Zivilisten umstellt worden war. Das meldete die Website der Zeitung „Al-Masry Al-Youm“. Die Anhänger des ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi hatten tagsüber auf dem Platz vor der Moschee demonstriert. Als am Abend die Ausgangssperre begann, verbarrikadierten sie sich in der Moschee. Bei den Verhandlungen ging es unter anderem darum, ob die Demonstranten anschließend von der Polizei verhört werden sollen oder nicht.

Sympathisanten der protestierenden Islamisten hatten am Freitag die „Facebook“-Seite und das Profil des ägyptischen Innenministeriums im Kurznachrichtendienst „Twitter“ gekapert. Auch am Samstag verbreiteten sie bei „Twitter“ weiter eigene Botschaften im Namen des Ministeriums. Sie beschimpften unter anderem Journalisten und den Scheich des Al-Azhar Islam-Instituts, Ahmed al-Tajjib. Der Geistliche hatte bei der gewaltsamen Räumung der Protestlager der Islamisten durch die Polizei am vergangenen Mittwoch versucht, einen Kompromiss zwischen den Muslimbrüdern und den neuen Machthabern auszuhandeln.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Treudoof

18.08.2013, 14:09 Uhr

Der ganze Krieg dort beruht, so glaube ich, auf einem Etikettenschwindel analog der Agenda 2010 der SPD.
Die Ägypter haben wirklich demokratisch eine neue Richtung wählen wollen. Analog unseren christlichen Parteien.
Doch nach der Wahl kamen Entwicklungen auf, welche viele Ägypter so nicht gewählt hätten. Wie Kanzler Schröders Agenda. Die haben jetzt die Wahl zwischen zwei Diktaturen und sehr viele halten nun anscheinend das Militär für das kleinere Übel. Da dies keine deutschen Gleichgültigen sind, kracht es jetzt, die Sache wird in Ägypten, von Ägyptern auf ägyptische Weise geklärt. Und zwar ohne die destabilisierenden CIA Thinktanks, aber äußerst Temperamentvoll.
Und wir sollten uns da raushalten, schon aus Respekt vor dem Volk.

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