Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.03.2018

02:34 Uhr

Kalifornien

Trump: Hat man keine Mauer, hat man kein Land

Bei einem Besuch in Kalifornien macht Trump Werbung für seine Mauer – und fordert Streitkräfte für den Weltraum. Er will sie „Space Force“ nennen.

Grenze zu Mexiko

„Einige funktionieren gut, einige weniger“ – Trump inspiziert Mauer-Muster

Grenze zu Mexiko: „Einige funktionieren gut, einige weniger“ – Trump inspiziert Mauer-Muster

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

San DiegoUS-Präsident Donald Trump hat zum ersten Mal Prototypen der Mauer besucht, die er an der Grenze zu Mexiko errichten lassen will. Trump ließ sich am Dienstag von Grenzschützern und Offiziellen die acht Modelle, unter ihnen eines mit blauem Stahl als Mauerkrone, zeigen, die in der Nähe von San Diego stehen.

Die Mauer sei nötig, um Amerika zu schützen, sagte Trump. Die „Gegner der Mauer“ ließ er wissen: „Wenn man keine Mauer hat, hat man kein Land.“

Er bevorzuge ein Bauwerk aus Vollbeton, weil das am schwersten zu erklimmen sei, sagte der frühere Immobilienunternehmer. Aber eine Mauer müsse auf jeden Fall auch durchsichtig sein, damit die Grenzschützer sehen könnten, was auf der anderen Seite geschehe, sagte Trump, und sie müsse auf alle Fälle hoch genug sein. Die Prototypen sind zwischen 5,50 und 9,10 Metern hoch. „Phantastisch“, sagte Trump mit Blick auf die Modelle.

Streit um US-Zuwanderung: Donald Trump hat ein Mauerproblem

Streit um US-Zuwanderung

Donald Trump hat ein Mauerproblem

Der US-Präsident kommt mit dem Versprechen einer Grenzmauer zu Mexiko keinen Schritt vorwärts. Sogar Republikaner sperren sich dagegen.

Auf beiden Seiten der Grenze kam es zu Protesten. Menschen hatten Schilder mit Aufschriften wie „Baut Brücken, keine Mauern“ bei sich. Es gab aber auch Plakate mit Zustimmung für Trump. Wo eine Mauer letztlich gebaut werden soll, steht noch nicht fest. Die Grenze zwischen Mexiko und den USA ist 3144 Kilometer lang. Rund 1130 Kilometer sind bereits mit Zäunen und Absperrungen gesichert.

Trump kam zum ersten Mal als Präsident nach Kalifornien. Eine Mauer zu Mexiko war für ihn schon im Wahlkampf eines der wichtigsten Themen. „Mexiko hat eine Menge Probleme, unter anderem die Drogenkartelle“, sagte Trump. Die Mauer werde ein Vielfaches ihrer Kosten einspielen, indem sie die USA vor den Folgeschäden illegaler Einwanderung und des Drogenhandels schütze. Sie werde dem Steuerzahler Hunderte Milliarden Dollar ersparen.

„Der Bundesstaat Kalifornien bittet uns darum, in bestimmten Gegenden eine Mauer zu bauen“, sagte Trump während seiner etwa einstündigen Besichtigung. „Sie sagen Ihnen das nur nicht.“ Dass es eine solche Bitte des liberalen Kalifornien gibt, wäre neu.

Massiv kritisierte der Präsident Städte in Kalifornien, die Migranten Unterschlupf gewähren. Kalifornien setze die Sicherheit der gesamten USA aufs Spiel, sagte Trump. Als Präsident hat der 71-Jährige bislang einen großen Bogen um Kalifornien gemacht, die liberale Hochburg der USA. Auch im Wahlkampf mied er den bevölkerungsreichsten Bundesstaat weitestgehend.

Trump verband seinen Besuch auch mit Angriffen auf Kaliforniens Gouverneur, den Demokraten Jerry Brown. „Er macht einen schrecklichen Job“, sagte Trump. Der ganze Staat sei außer Kontrolle und werde von mexikanischer Seite mit Drogen überflutet. Trump sagte, die Menschen würden deswegen schon bald beginnen wegzuziehen.

Der US-Präsident besuchte in San Diego auch das Militär. Vor Marines lobte er den von den USA geführten Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Im Mittleren Osten müsse der Druck auf den Iran aufrechterhalten werden, sagte Trump. Hinter jedem Problem der Region stecke der Iran.

Trump sagte auch, man solle neue Streitkräfte für den Weltraum haben: „So wie die Army und die Navy, aber für den Weltraum, weil wir sehr viel Geld für den Weltraum ausgeben.“ Man solle sie „Space Force“ nennen, sagte Trump. Er griff unter dem Applaus der Marines auch die Medien als „Fake News“ an.

„Sehr bald werden wir zum Mars fliegen,“ sagte Trump. „Wir würden nicht zum Mars fliegen, wenn meine Konkurrentin gewonnen hätte.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Spiegel

14.03.2018, 09:27 Uhr

Wo bleibt der Minister für Mauerbau ? Wir haben damit reichlich Erfahrung und könnten mit Israel zusammen
an diesem Bauwerk mitwirken. Zusätzlich wäre es sinnvoll direkt an der Sahara eine Mauer zu bauen, die Kosten für die Rettung aus dem Mittelmeer sind zu hoch und auch der Tribut an die Türkei wäre zu Ende.

Frau Annette Bollmohr

14.03.2018, 15:51 Uhr

"Hat man keine Mauer, hat man kein Land"

Bestechend, diese Logik. Sozusagen eine Allegorie über Trumps beschränkten geistigen Horizont.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×