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02.09.2013

15:29 Uhr

Kalisalz-Geschäft

Weißrussland erlässt Haftbefehl gegen russischen Milliardär

Gegen Sulejman Kerimow wurde Haftbefehl erlassen. Dem Eigentümer des russischen Bergbauunternehmens Uralkal wird Machtmissbrauch vorgeworfen. Hintergrund ist Streit um das Geschäft mit Kalisalz.

Der Eigentümer des russischen Bergbauunternehmens Uralkali: Sulejman Kerimow. dpa

Der Eigentümer des russischen Bergbauunternehmens Uralkali: Sulejman Kerimow.

MinskDer Streit zwischen Weißrussland und Russland um das Geschäft mit Kalisalz spitzt sich zu. Das weißrussische Ermittlungskomitee stellte am Montag in Minsk einen Haftbefehl gegen den Milliardär Sulejman Kerimow aus, einen der Eigentümer des russischem Bergbauunternehmens Uralkali. Ihm werde Machtmissbrauch vorgeworfen, hieß es zur Begründung. Kerimow drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Erst vergangene Woche hatte Weißrussland den Chef von Uralkali, Wladislaw Baumgertner, festgenommen. Ihm wird ebenfalls Machtmissbrauch vorgeworfen. Die russische Regierung hatte Weißrussland daraufhin aufgefordert, Baumgertner umgehend freizulassen und mit wirtschaftlichem Druck auf das Land gedroht.

Russland in Zahlen

Landfläche und Bevölkerung

Russland erstreckt sich über eine Fläche von 16,4 Millionen Quadratkilometern - etwa ein Viertel davon liegt in Europa, der Rest in Asien. 142 Millionen Einwohner zählt das Land. Rund 14,8 Prozent der Einwohner Russlands sind unter 15 Jahre alt - aber nur 13,1 ist über 65. Zum Vergleich: 13,5 Prozent der Deutschen ist unter 15 Jahren - aber mehr als 20 Prozent ist älter als 65.

Bruttoinlandsprodukt und Staatsschulden

2010 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in Russland rund 10.356 US-Dollar, 2011 lag es bei 13.235 US-Dollar. Das Wachstum des BIP im Jahr 2011 war vor allem den hohen Ölpreisen geschuldet. Das Wirtschaftswachstum hat sich seit der globalen Krise 2008/09 auf jährlich noch rund vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eingependelt. Der tiefste Einbruch wurde 2009 verzeichnet, als die Wirtschaft um knapp acht Prozent schrumpfte. Zuvor waren Wachstumsraten um sechs bis sieben Prozent erreicht worden. Allerdings ist Russland fast schuldenfrei: Die Staatsverschuldung liegt bei zehn Prozent des BIP. Russland verfügt zudem über Zentralbankreserven von einer halben Billion Dollar - die drittgrößten der Welt.

Russland, wichtigster Öl- und Gasproduzent der Welt

Russland gilt als wichtigster Öl- und Gasproduzent der Welt. Gleichzeitig ist das Land dadurch abhängig von seinen Rohstoffexporten. Die machen 65 Prozent aller Exporte des Landes und mehr als die Hälfte der Staatseinnahmen aus.

Arbeitslose

Die Arbeitslosenquote lag 2009 in Russland 6,4 Prozent.(Deutschland 7,4 Prozent). Das Bruttonationaleinkommen lag je Einwohner bei 9.340 US-Dollar. In Deutschland betrug es hingegen bei 42.450 US-Dollar.

Dienstleistungen

57 Prozent des Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet Russland mit Dienstleistungen (Deutschland: 69 Prozent). Das produzierende Gewerbe liegt bei 37,2 Prozent des BIP, die Landwirtschaft bei fünf Prozent (Deutschland: 30,1 Prozent und 0,8 Prozent des BIP). Nur 13,2 Prozent der Fläche wird in Russland landwirtschaftlich genutzt. In Deutschland ist das 48,5 Prozent der Landesfläche.

Das Einkommen der Russen

Der Großteil der Bevölkerung ist arm: Nach Angaben des russischen Statistikamtes verdiente 53,2 Prozent 2011 der Russen nicht mehr als 15.000 Rubel (rund 386 Euro) im Monat. Bei 35,5 Prozent lagt das Monatseinkommen bei 35.000 Rubel (890 Euro). Nur 7,3 Prozent der Bevölkerung  hatten ein monatliches Einkommen zwischen 35.000 und 50.000 Rubel (900 bis 1.287 Euro).

Millionäre in Russland

Die Anzahl der Milliardäre stieg in einem einzigen Jahr von 62 auf 101 (2010). Das Vermögen der zweihundert reichsten Russen betrug 2010 499 Milliarden Dollar, das der hundert reichsten 432 Milliarden Dollar. Das heißt: in Moskau leben mittlerweile mehr Superreiche als in New York. Im Jahr 2011 lebten hier laut "Forbe"s 79 Milliardäre.

Im Juli hatte sich Uralkali aus einem Joint-Venture mit Belaruskali zurückgezogen. Weißrussland fürchtet nun einen Preiskampf mit Russland. Beobachter sehen in der juristischen Verfolgung der Uralkali-Verantwortlichen eine Vergeltungsaktion für die Kündigung der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen.

Kalisalz wird zur Herstellung von Düngemitteln verwendet.

Von

ap

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