Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.09.2011

21:48 Uhr

Kampf gegen Al-Kaida

US-Abzug aus Irak steht auf der Kippe

US-Präsident Barack Obama hat zum Amtsantritt versprochen: Ende 2011 sind alle US-Soldaten aus dem Irak wieder zu Hause. Doch die irakische Regierung hätte gern Hilfe bei der Ausbildung für die eigenen Truppen.

Ein US-Soldat bei einer Durchsuchung im Irak. dpa

Ein US-Soldat bei einer Durchsuchung im Irak.

WashingtonDie USA könnten laut Medienberichten nach dem Jahreswechsel mehrere Tausend Soldaten im Irak stationiert lassen. Entsprechende Pläne würden von Verteidigungsminister Leon Panetta unterstützt, schrieb die „New York Times“ am Mittwoch.

Im Gespräch sei eine Truppenstärke von 3000 bis 4000, hieß es unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten. Dabei solle es sich aber lediglich um Ausbilder für die irakischen Sicherheitskräfte handeln. Auch dem TV-Sender Fox News lagen entsprechende Informationen vor.

Das State Departement bestätigte, dass es Gespräche mit den irakischen Partnern über einen Verbleib von Soldaten gebe. Die Sprecherin Victoria Nuland wollte allerdings keine konkrete Zahlen nennen.

Laut einem Abkommen zwischen beiden Ländern müssen die USA die verbliebenen knapp 50 000 Soldaten bis zum Jahresende bis auf wenige hundert abziehen. Allerdings laufen in der irakischen Regierung Beratungen darüber, ob sie das auslaufende Mandat für die US-Truppen im Land verlängern soll. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die irakischen Sicherheitskräfte allein noch nicht in der Lage sein könnten, den Al-Kaida-Terroristen die Stirn zu bieten.

Panetta hatte bereits am Dienstag gesagt, dass der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki „angedeutet hat, dass er eine Form von Ausbildungsunterstützung will“. Dies müsse mit Bagdad verhandelt werden. Maliki ist sich aber der Unterstützung für einen solchen Schritt durch das Parlament, vor allem durch die Schiiten nicht sicher, hieß es.

In den USA wächst aus diesem Grund allmählich die Ungeduld, da ein Truppenabzug oder eine verlängerte Stationierung vorbereitet werden muss. Aus der amerikanischen Militärführung kam bereits die Forderung, wegen der prekären Sicherheitslage 14 000 bis 18 000 Soldaten im Irak zu lassen. US-Präsident Barack Obama hatte dagegen nach seinem Amtsantritt 2009 versprochen, die komplette Truppe bis Ende 2011 nach Hause zu holen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×