Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2013

03:13 Uhr

Kampf gegen Deflation

Obama-Regierung warnt Japan wegen Geldpolitik

Die drastischen Maßnahmen der japanischen Notenbank bekommen Gegenwind aus den USA. Die Wirtschaftspolitik Japans müsse auf Wachstum ausgerichtet sein, und nicht darauf, den Wettbewerb zu verfälschen.

Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda will aggressive Geldpolitik weiterführen, bis 2 Prozent Inflation erreicht sind. Reuters

Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda will aggressive Geldpolitik weiterführen, bis 2 Prozent Inflation erreicht sind.

New York/WashingtonDie aggressive japanische Geldpolitik stößt auf Kritik in den USA. Die Entwicklungen des Yen seien besorgniserregend, schreibt die Obama-Regierung in einem Bericht. Das Wirtschaftsministerium werde die Maßnahmen Japans „genau beobachten“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg aus dem Bericht. Die USA würden darauf achten, dass die Maßnahmen einzig auf Wachstum der japanischen Wirtschaft ausgerichtet seien und nicht darauf, mit einem billigen Yen den Wettbewerb zu verfälschen.

Die japanische Notenbank legte vergangene Woche ein massives Wertpapier-Ankaufprogramm auf; in den kommenden knapp zwei Jahren will sie auf diese Weise 1,4 Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen. Die extrem lockere Geldpolitik der Bank von Japan - unter anderem mit einem massiven Programm zum Kauf von Anleihen - hatte zuletzt den Dollar zum Yen auf ein Vierjahreshoch geschickt.

Auch zum Euro hat die japanische Währung deutlich an Wert eingebüßt. Hauptziel der dortigen Notenbank ist es, endlich die jahrzehntelange Stagnation zu beenden. Kritiker werfen Japan aber vor, dabei gezielt die eigene Währung zu schwächen, damit Firmen wie Toyota oder Sony ihre Produkte billiger ins Ausland verkaufen können.

Bank of Japan: Bund warnt Japan vor Missbrauch der Geldpolitik

Bank of Japan

Bund warnt Japan vor Geldpolitik-Missbrauch

Japans Notenbank will 1,4 Billionen Dollar in die Wirtschaft stecken.

Offiziell sind das Nebenwirkungen der Maßnahmen zum Ankurbeln der Wirtschaft, doch auch der Bund zeigt sich besorgt. Der Finanzministerium ließ kurz nach dem Start verlauten, dass Japan neue, aggressive Geldpolitik nicht darauf zielen dürfen sich „irgendwelche wirtschaftspolitische oder exporttechnische Vorteile“ zu verschaffen.

Der Bericht aus den USA sei eine Warnung an die Bank of Japan, sagte Kit Juckes, ein Stratege von Societe General der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die USA unterstützt Japans Kampf gegen die Deflation, aber sie würde es nicht begrüßen, wenn der Yen sich weiter abschwächt.“

Die in Japan seit zwei Jahrzehnten vorherrschende Deflation - also eine Spirale aus fallenden Preisen und Löhnen - lähmt Investitionen und besonders den Konsum. Die Regierung sieht nun auch hier Anzeichen für eine Besserung: Die Konsumausgaben dürften steigen, noch im vergangenen Monat war die Regierung etwas pessimistischer. Japan hat gerade die vierte Rezession seit der Jahrtausendwende hinter sich. Experten rechnen nur mit einer langsamen Erholung.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Querschlaeger

13.04.2013, 08:14 Uhr

das private US Bankunternehmen, die US Federal Reserve, darf ohne jede Kritik Geld drucken ohne Ende.
Auch Adolf wollte sich deren Gebote nicht beugen. ... Japan hat die erste Warnung bekommen!

Pro-d

13.04.2013, 09:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

13.04.2013, 18:50 Uhr

Die Amis sehen ihre Macht, die Vormacht des Dollar bedroht. Japan und China haben schon vor längerer Zeit vereinbar ihren Handel ohne Zwischenschaltung des Dollar abzuwickeln. Ähnlich Vereinbarungen wurden auch mit anderen Ländern getroffen.

Das was Japan macht ist ausschließlich Japans Angelegenheit. Bei der FED laufen doch die Gelddrucker heiß.

Merke, wenn zwei das Gleiche tun, dann ist es noch lange nicht das selbe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×