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12.01.2017

14:08 Uhr

Kampf gegen den IS

Erbitterte Schlacht um Mossul dauert an

Die Offensive der irakischen Streitkräfte gegen den IS geht nur zäh voran. Immer wieder müssen die Regierungssoldaten auch Rückschläge hinnehmen. Gerade in Mossul leisten IS-Anhänger zum Teil starke Gegenwehr.

Rauchwolken steigen auf, nachdem ein vom Islamischen Staat zurückgelassener Sprengsatz in Mossul explodiert ist. Die irakische Armee kämpft mit allen Mitteln gegen die Terrormiliz, die Einwohner von Mossul geraten dabei immer wieder zwischen die Fronten. dpa

Alltag in Mossul

Rauchwolken steigen auf, nachdem ein vom Islamischen Staat zurückgelassener Sprengsatz in Mossul explodiert ist. Die irakische Armee kämpft mit allen Mitteln gegen die Terrormiliz, die Einwohner von Mossul geraten dabei immer wieder zwischen die Fronten.

MossulEine ausgebrannte Hülle – viel mehr ist von dem Gebäude in Mossul nicht übrig geblieben. Einst wurden hier Kranke versorgt. Doch die IS-Kämpfer machten aus der Al-Salam-Klinik einen militärischen Stützpunkt. Als eine Vorhut der irakischen Streitkräfte ihn sichern wollte, schlug die Terrormiliz mit aller Gewalt zurück. Dutzende Soldaten wurden getötet. Erst mithilfe von Luftangriffen der USA konnten die Islamisten schließlich vertrieben werden.

Die Rückeroberung des ehemaligen Krankenhauses war strategisch wichtig: Zum ersten Mal seit der Einnahme der zweitgrößten Stadt des Landes durch die sunnitischen Extremisten vor mehr als zwei Jahren drangen die irakischen Streitkräfte nun wieder bis ans Ufer des Tigris vor. Etwa ein Drittel von Mossul ist damit wieder unter staatlicher Kontrolle. Doch der Preis des militärischen Erfolges ist hoch. Und das Beispiel zeigt zugleich, dass es bis zur vollständigen Befreiung der Stadt noch ein langer Weg ist.

Am 6. Dezember hatte eine Einheit der Streitkräfte im Rahmen der Offensive schnelle Fortschritte gemacht – zu schnell, wie sich bald danach herausstellen sollte. Sie konnte das frühere Krankenhaus zwar einnehmen, war kurz darauf aber von Kämpfern der Terrormiliz umzingelt. Wegen anhaltender Gegenangriffe - unter anderem mit Autobomben – mussten sich die Soldaten wieder zurückziehen. In den folgenden Wochen ließen Kampfjets der USA und ihrer Verbündeten nach Angaben des Pentagon 25 Bomben auf den Gebäudekomplex in Mossul fallen.

Zusätzlich wurde eine irakische Sondereinheit entsandt, die zuvor in den Städten Falludscha und Chaldija eingesetzt war. „Wir haben mehr Erfahrung in urbanen Gebieten“, sagt Mehdi Abbas Abdullah, ein Kommandeur der Eingreiftruppe, die das stark zerstörte Krankenhaus erneut erobern konnte. Einer seiner Soldaten räumt jedoch ein, dass dies ganz wesentlich der amerikanischen Unterstützung zu verdanken war: „Ehrlich, die Schlacht wurde zu 75 Prozent aus der Luft entschieden“, sagt Hassan Ali Dschalil.

Die neunte Division der irakischen Streitkräfte, die das Al-Salam-Krankenhaus nicht hatte halten können, ist eher auf Einsätze in freiem Gelände spezialisiert - und ein Besuch des inzwischen gesicherten Gebäudes am Dienstag ließ erahnen, welch heftigem Beschuss sie dort ausgesetzt war.

Kommentare (2)

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Herr Leo Löwenstein

12.01.2017, 14:30 Uhr

Bei den Gefechten um Aleppo gab es täglich Meldungen, dass dabei Zivilisten sterben.

In Mossul scheinen keine Zivilisten bei den Angriffen und Bombardierungen zu sterben. Die sind da anscheinend kugelfest.

Hier sieht man wieder die unterschiedliche Berichterstattung, wenn einmal Russland und einmal die USA an Luftschlägen beteiligt sind. Beide, USA und Russland, sind keine Freunde der EU, sie können höchstens Interessenspartner sein, wobei die USA unsere Berichterstattung massiv beeinflusst.

Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.

Herr Wolfgang Trantow

12.01.2017, 15:35 Uhr

Und warum unterstützt die Frau Merkel immer noch gewissenlos den Islam??

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