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30.11.2015

18:18 Uhr

Kampf gegen den IS

Merkel spricht mit Putin und Erdogan

Am Rande der Klimakonferenz in Paris sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Situation in Syrien und den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Am Rande des Klimagipfels in Paris sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir über den Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. AFP

Angela Merkel und Wladimir Putin

Am Rande des Klimagipfels in Paris sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir über den Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat.

ParisBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den UN-Klimagipfel für Gespräche mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan genutzt. Zwischen Russland und der Türkei herrscht momentan Eiszeit, weil die Türken an der Grenze zu Syrien einen russischen Kampfjet abgeschossen haben.

Wie ein Regierungssprecher am Montag in Paris mitteilte, sprachen Merkel und Putin unter anderem über die Situation in Syrien und den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). An einem weiteren Gespräch über Fragen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise und den Handelsbeziehungen zwischen Russland und der EU war den Angaben zufolge auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beteiligt.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Vor ihrer Abreise am Abend wolle die Kanzlerin auch noch bilaterale Gespräche mit Erdogan und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko führen. 

Von

dpa

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