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30.08.2016

15:55 Uhr

Kampf gegen den IS

Obama will mit Erdogan über Differenzen sprechen

Das Chaos in Syrien wird immer größer: Die Türkei und Kurden-Milizen bekämpfen sich, statt ihre Bemühungen auf den IS zu konzentrieren. Erdogan kündigt neue Operationen an, die USA sind alarmiert.

US-Präsident Barack Obama will mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan das Vorgehen im Kampf gegen den IS besprechen. Reuters

Erdogan und Obama in Washington

US-Präsident Barack Obama will mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan das Vorgehen im Kampf gegen den IS besprechen.

Peking/WashingtonNach dem Angriff der Türkei auf kurdische Milizen in Syrien schaltet sich US-Präsident Barack Obama direkt in den eskalierenden Konflikt ein. Obama will am Sonntag vor Beginn des G20-Gipfels in der ostchinesischen Stadt Hangzhou mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammentreffen. Die USA forderten die Türkei und die von Kurden angeführten Milizen erneut auf, die Gefechte im Norden Syriens zu beenden.

„Wir haben beide Seiten dazu aufgerufen, nicht gegeneinander zu kämpfen“, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter in Washington. Beide Seiten müssten sich auf den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) konzentrieren. „Das ist die Grundlage unserer Zusammenarbeit mit beiden von ihnen.“

Erdogan teilte dagegen zum „Feiertag des Sieges“ in der Türkei am Dienstag mit: „Unsere Operationen werden weitergehen, bis Terrororganisationen wie Daesch, die PKK und ihr syrischer Ableger YPG keine Gefahr mehr für unsere Bürger sind.“ Die Türkei werde bei den Einsätzen „sowohl zu Hause als auch in Nachbarländern“ keinen Unterschied zwischen den verschiedenen „Terrororganisationen„ machen. Daesch ist die arabische Abkürzung für den IS.

Die Türkei und syrische Rebellen hatten vor einer Woche in Nordsyrien eine Offensive begonnen. Sie richtet sich gegen den IS und gegen die von der Kurdenmiliz YPG dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) – diese wiederum sind in Syrien wichtigster Partner der US-geführten Koalition, die den IS aus der Luft bombardiert.

Die Rebellen nahmen zuletzt zahlreiche Dörfer ein, die meisten von den SDF. Sie rückten bis auf wenige Kilometer auf die Stadt Manbidsch vor, die von der Kurdenallianz kontrolliert wird.

Die Kurden beherrschen in Nordsyrien den größten Teil der Grenze zur Türkei und haben dort eine Selbstverwaltung errichtet. Die türkische Regierung fordert von der YPG, dass sie sich auf das Gebiet östlich des Euphrats zurückzieht. Sie will verhindern, dass die Kurden ihren Einfluss in Nordsyrien noch weiter ausdehnen. Die YPG ist eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden.

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US-Verteidigungsminister Carter versicherte, die YPG „wird sich zurückziehen und zieht sich zurück“. Der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte, Obama wolle mit Erdogan am Rande des G20-Gipfels darüber sprechen, „dass wir vereint bleiben müssen“ in den Bemühungen gegen den IS.

„Unsere Botschaft an die Türkei ist klar“, sagte Rhodes weiter. Die USA unterstützten das Ziel des türkischen Einmarsches vom vergangenen Mittwoch, den IS aus der syrischen Grenzstadt Dscharablus zu vertreiben und die Grenzregion zu sichern. Die USA seien aber gegen einen Vormarsch der Türkei gegen die von der YPG angeführten Milizen.

Von Kurden angeführte Milizen beschuldigten die Türkei, Einwohner aus der Region um Manbidsch zu vertreiben. Dabei seien „Massaker“ Teil einer „systematischen Politik gegen Zivilisten“, erklärte Scherwan Darwisch, Sprecher des Militärrates von Manbidsch. Dieser ist eng mit den SDF verbunden. Scherwan warf der Türkei große Nähe zum IS vor.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte der Kurdenmiliz YPG zuvor „ethnische Säuberung“ in Manbidsch vorgeworfen. Es gehe ihr um die Vertreibung der Araber aus der Region um die Stadt.

Von

dpa

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