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10.12.2016

12:07 Uhr

Kampf gegen den IS

Terrormiliz erobert wichtige Gasfelder

Schon einmal beherrschte der IS die historische Stadt Palmyra und richteten immense Verwüstungen an, nun rücken die Extremisten wieder vor. Nach Monaten der Verluste kann die Terrormiliz Rückeroberungen verbuchen.

Der IS rückt wieder auf die historische Stadt vor und bringt dabei vor allem wichtige Gasfelder unter seine Kontrolle. dpa

Oasenstadt Palmyra

Der IS rückt wieder auf die historische Stadt vor und bringt dabei vor allem wichtige Gasfelder unter seine Kontrolle.

DamaskusDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Zentralsyrien erneut mehrere wichtige Gasfelder eingenommen. Zugleich rückten die Extremisten bis auf wenige Kilometer an die historische Oasenstadt Palmyra heran, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag erklärte. Sie seien auf ihrem Vormarsch von Süden her nur noch acht Kilometer von der Stadt entfernt.

Der IS hatte Palmyra bereits in der Vergangenheit fast ein Jahr lang unter Kontrolle. Damals zerstörten die Extremisten zahlreiche einzigartige, rund 2000 Jahre alte Ruinen, die zum Unesco-Welterbe gehören. So sprengten sie die Tempel Baal und Bal-Schamin sowie den Triumphbogen. Im März dieses Jahres konnten Regierungstruppen Palmyra mit russischer Luftunterstützung wieder zurückerobern.

Warum die Lage in Aleppo eskaliert

Wer kämpft in Aleppo?

Auf der Seite der Regierung kämpfen an der Seite der Armee mehrere ausländische Milizen. Dazu zählen unter anderem die Hisbollah. Die Regimegegner setzen sich aus mehreren Milizen zusammen, die sich oft nicht einig sind.

Wie ist die militärische Situation in Aleppo?

Kräfte von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren den Westen, Regimegegner den Osten. Seit Beginn einer Offensive haben Armee und verbündete Milizen 80 Prozent der Rebellengebiete eingenommen. Die oppositionellen Milizen halten nur noch die Viertel im Südosten der Stadt.

Wie ist die humanitäre Lage vor Ort?

Die wird von Tag zu Tag dramatischer. Anwohner und Hilfsorganisationen berichten, es gebe kaum noch sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel. Ost-Aleppo ist in großen Teilen zerstört.

Wie viele Menschen sind auf der Flucht?

Wegen der Kämpfe gibt es keine verlässlichen Angaben. Die gewöhnlich gut informierte Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht von 100.000 Zivilisten, die die Rebellengebiete wegen der desaströsen Lage verlassen hätten.

Warum verlassen nicht alle Zivilisten das Gebiet?

Aktivisten rechnen damit, dass sie in Gefängnissen des syrischen Regimes landen, dort gefoltert werden und sterben. Zudem ist die Flucht gefährlich, da die Zivilisten leicht in die Schusslinie geraten könnten.

Warum geben die Rebellen nicht auf?

Die Rebellen wollen erst über „die Zukunft“ Aleppos sprechen, wenn Zivilisten und Verletzte unter UN-Aufsicht die Stadt verlassen können. Aufgeben werden sie aber wohl kaum. Das wäre eine direkte Machtübergabe an Machthaber Assad.

Ist eine neue Waffenruhe wahrscheinlich?

Danach sieht es nicht aus. Die USA als Unterstützer der Opposition haben kein Druckmittel, um in Verhandlungen mit Russland eine Feuerpause zu erreichen. Die Positionen der Rebellen und der Regierung liegen weit auseinander.

Nach heftigen Kämpfen mit syrischen Regierungstruppen hätten die Extremisten jetzt das Gasfeld Dschihar eingenommen, meldeten die Menschenrechtsbeobachter und armeenahe Kreise. Auch das IS-Sprachrohr Amak berichtete von dem Vormarsch der Terrormiliz.

Die regimenahe Nachrichtenseite Al-Masdar berichtete, die dort stationierten Nationalen Verteidigungskräfte (NDF) seien zum Rückzug gezwungen gewesen. Die Regierungskräfte hätten 100 Kämpfer verloren. Demnach schickte die Armee neue Truppen in die Region.

Der IS beherrscht im Norden und Osten Syriens trotz einiger Verluste noch immer große Gebiete. Die Terrormiliz hatte in dieser Woche eine Offensive in der Region um Palmyra begonnen und die Regimetruppen aus mehreren Richtungen angegriffen. Mittlerweile kontrolliert die Terrormiliz wieder mehrere Gasfelder, darunter Al-Schair.

Dieses hatten die Extremisten bereits 2014 sowie im Mai dieses Jahres zeitweilig unter Kontrolle. Die Gasanlagen wurden bei den Kämpfen schwer beschädigt. Die Gasfelder und Pipelines in der Region sind von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung des Landes.

Von

dpa

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