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06.03.2016

19:51 Uhr

Kampf gegen den IS

USA bauen Luftwaffenstützpunkte in Syrien

Im Kampf gegen die Extremistenmiliz IS haben die USA ihre Verbindung zu den Kurden vertieft. Das stößt beim Nato-Verbündeten Türkei auf Kritik. Nun will Washington zwei Luftwaffenstützpunkte in Syrien errichten.

Die Lage im syrischen Bürgerkrieg ist durch vielschichtige Allianzen und Rivalitäten der Konfliktparteien und ihrer Unterstützer sehr verworren. AP

F-22 Rapto

Die Lage im syrischen Bürgerkrieg ist durch vielschichtige Allianzen und Rivalitäten der Konfliktparteien und ihrer Unterstützer sehr verworren.

AmmanDie USA bauen einem kurdischen Medienbericht zufolge zwei Luftwaffenstützpunkte im Norden Syriens. Die Arbeit an einer Start- und Landebahn in Rmeilan in der Provinz Hasaka sei praktisch fertig, berichtete die Website BasNews am Sonntag unter Berufung auf Vertreter des von den USA und den Kurden unterstützten Militärbündnisses Syrische Demokratische Kräfte (SDF). Eine zweite Basis werde südöstlich von Kobane nahe der türkischen Grenze gebaut. Zahlreiche US-Experten und -Techniker seien an dem Projekt beteiligt. Im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat haben die USA ihre Verbindung zu den Kurden vertieft, was auf Kritik beim Nato-Verbündeten Türkei stößt.

Die Lage im syrischen Bürgerkrieg ist durch vielschichtige Allianzen und Rivalitäten der Konfliktparteien und ihrer Unterstützer sehr verworren. In der kommenden Woche nehmen die Vereinten Nationen (UN) einen neuen Anlauf für Friedensgespräche in Genf. Die vor gut einer Woche in Kraft getretene Feuerpause ist aber brüchig. Oppositionsnahen Beobachtern zufolge starben seitdem Hunderte Menschen bei anhaltenden Kämpfen. Am Sonntag kamen dem syrischen Staatsfernsehen zufolge mindestens 14 Zivilisten bei einem Angriff auf einen Markt in der nordsyrischen Stadt Aleppo ums Leben.

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Das Regime

Seit fast fünf Jahren tobt in Syrien ein auch von außen befeuerter Bürgerkrieg. Die Krise ist auch deshalb schwer zu lösen, weil es zahlreiche Akteure mit eigenen Interessen gibt. Zum Beispiel das Regime. Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte aber zuletzt dank massiver russischer und iranischer Hilfe Geländegewinne erzielen. Machthaber Assad lehnt einen Rücktritt ab.

Islamischer Staat

Die Terrormiliz IS ist die stärkste Kraft in Syrien neben der Regierung. Sie beherrscht im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere Niederlagen einstecken.

Rebellen

Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Teilweise kooperieren sie mit der Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Die Opposition

Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul. In Damaskus sitzen zudem Oppositionsparteien, die vom Regime geduldet werden. Bei einer Konferenz in Riad einigten sich verschiedenen Gruppen auf die Bildung eines Hohen Komitees für Verhandlungen, dem aber einige prominente Vertreter der Opposition nicht angehören.

Die Kurden

Kurdische Streitkräfte kontrollieren mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime. Führende Kraft ist die Kurden-Partei PYD, Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien, ein Flugzeug zur Luftbetankung sowie die Fregatte „Augsburg“, die im Persischen Golf einen Flugzeugträger schützt. Washington unterstützt moderate Regimegegner.

Russland

Seit September fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind. Moskau ist einer der wichtigsten Unterstützer des syrischen Regimes.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte Schiitenmiliz Hisbollah ist in Syrien im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern, dass Assad abtritt. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Zuletzt eskalierte der Konflikt zwischen den beiden Regionalmächten. (Quelle: dpa)

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau vom Sonntagabend wurde die Waffenruhe allein in den vorherigen 24 Stunden 15 Mal gebrochen. Dennoch äußerten sich Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry russischen Nachrichtenagenturen zufolge bei einem Telefonat zuversichtlich mit Blick auf die Durchsetzung der Waffenruhe.

Von

rtr

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