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09.10.2015

20:02 Uhr

Kampf gegen den IS

USA stoppen Ausbildung syrischer Rebellen

Wegen Ineffektivität stellen die USA im Kampf gegen IS die Ausbildung syrischer Rebellen ein. Deren Kampfkraft habe man nicht erhöhen können. Stattdessen sollen nun „überprüfte Anführer“ hochgerüstet werden.

Die USA beenden im Kampf gegen die Terrormiliz IS die Ausbildung syrischer Rebellen. dpa

Keinerlei Erfolge

Die USA beenden im Kampf gegen die Terrormiliz IS die Ausbildung syrischer Rebellen.

WashingtonDie USA beenden Training und Ausbildung gemäßigter syrischer Rebellen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das Pentagon erklärte am Freitag in Washington, die bisherigen Ansätze würden angesichts einiger Herausforderungen weiterentwickelt. Zuvor hatte die „New York Times“ unter Verweis auf Regierungsangaben berichtet, das 500 Millionen US-Dollar schwere Programm habe keinerlei Auswirkung auf eine bessere Kampfkraft der Rebellen gehabt.

Die USA hatten sich von dem Rebellentraining im Anti-IS-Kampf viel versprochen. Tatsächlich war die Zahl derer, die das Programm erfolgreich durchliefen, jedoch sehr viel geringer als erwartet. Stattdessen wurde von Überläufern zum IS ebenso berichtet wie von Waffen, die von den USA für die Rebellen gedacht waren, aber beim IS landeten.

Das Pentagon erklärte nun, man werde im Kampf gegen den IS in Syrien auf Fortschritte etwa in der Unterstützung kurdischer Kämpfer in der an der Grenze zur Türkei gelegenen nordsyrischen Stadt Kobane setzen. Man werde deswegen „überprüfte Anführer“ und deren Einheiten mit Ausrüstung und Waffen ausstatten.

Sechs Gründe, warum der Bürgerkrieg in Syrien noch nicht beendet ist

Einmischung von außen

Das Regime von Baschar al-Assad hat mit Russland und dem schiitischen Iran mächtige Verbündete im Ausland. Teheran unterstützt Damaskus mit Geld und Kämpfern. Zudem kämpft die libanesische Schiiten-Miliz an der Seite Assads. Aber auch die Rebellen erhalten Geld und Waffen aus dem Ausland, unter anderem aus Saudi-Arabien. So wurde die Krise zu einem regionalen Konflikt. (Quelle: dpa)

Assads Unnachgiebigkeit

Der Präsident sagte am Anfang der Proteste Reformen zu - die nie kamen. Stattdessen brandmarkt sein Regime sämtliche Gegner als „Terroristen“, auch moderatere Oppositionelle. Viele Kritiker des Regimes sitzen in Gefängnissen. Im Kampf ums Überleben setzt die Armee zudem immer wieder sogenannte Fassbomben ein - Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metall gefüllt sind.

Zerstrittene Opposition

Den Regimegegnern ist es bis heute nicht gelungen, sich zu einen und eine gemeinsame Führung zu bilden. Die Exil-Opposition in Istanbul wird zwar international anerkannt, zeigt sich aber immer wieder zerstritten und hat in Syrien kaum Einfluss. Auch mit der Inlandsopposition aus Damaskus konnte sie sich noch immer nicht auf konkrete gemeinsame Ziele einigen.

Konfessionalismus

Längst ist der Bürgerkrieg auch zu einem Konflikt zwischen den Konfessionen geworden. Das Regime wird von Alawiten kontrolliert, einer Nebenlinie des schiitischen Islams. Die Alawiten befürchten blutige Rache, sollte Assad stürzen. Auch viele Christen sehen den Präsidenten als ihren Schutzpatron. In den Reihen der Rebellen kämpfen dagegen vor allem Sunniten.

Politik des Westens

Die USA und Europa lehnen eine militärische Intervention gegen das Assad-Regime ab. US-Präsident Barack Obama drohte zwar für den Fall des Einsatzes von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien mit einem Eingreifen, nahm dann aber doch davon Abstand. Der Westen steht politisch zwar an der Seite der moderateren Rebellen, unterstützt diese aber kaum mit Waffen.


Stärke der Extremisten

Als die Krise in Syrien eskalierte, dehnte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Irak ins Nachbarland aus. Jetzt kontrolliert sie dort ein Drittel der Fläche. Andere Teile Syriens stehen unter Herrschaft der Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Moderate Kräfte sind auf dem Rückzug. Die von den USA unterstützte Harakat Hasm löste sich kürzlich auf.

Ziel sei, dass diese Gruppen gemeinsam gegen IS-kontrolliertes Gebiet vorgingen. Diese Gruppen werden laut Pentagon auch US-Luftunterstützung erhalten.

Verteidigungsminister Ashton Carter sagte: „Ich bleibe davon überzeugt, dass eine endgültige Niederlage des IS in Syrien zum Teil vom Erfolg örtlicher, motivierter und fähiger Bodentruppen abhängt.“ Er glaube, dass der Strategiewechsel die Anti-IS-Kräfte stärke.

Von

dpa

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