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31.08.2016

18:07 Uhr

Kampf gegen den IS

Wer tötete Islamisten-Sprecher Al-Adnani?

Einer der bekanntesten Anführer des IS ist ums Leben gekommen. Doch wer hat ihn getötet? Moskaus Luftwaffe will dafür verantwortlich sein. Aber auch die von den USA geführte Koalition sagt, sie hätte ihn angegriffen.

Al-Adnanis Tod bedeutet Experten zufolge eine deutliche Schwächung für den IS. AP

Abu Mohammed al-Adnani

Al-Adnanis Tod bedeutet Experten zufolge eine deutliche Schwächung für den IS.

Istanbul/MoskauRussland hat den tödlichen Angriff auf den Propagandachef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Mohammed al-Adnani, für sich beansprucht. Der Enddreißiger war als IS-Sprecher die Stimme der Terrororganisation. Er rief in Audiobotschaften Anhänger und Sympathisanten im Westen zu Angriffen mit Messern und Autos auf.

Außerdem plante Al-Adnani auch Anschläge in Europa. Der IS-Sprecher habe zu einer Gruppe von bis zu 40 Mitgliedern gehört, die bei russischen Luftangriffen in der Provinz Aleppo getötet worden seien, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Moskau mit.

Dass Al-Adnani unter den Toten sei, gehe aus Informationen der Geheimdienste hervor, erklärte das Ministerium der Agentur Interfax zufolge. Zuvor hatten die USA mitgeteilt, Kräfte der US-geführten internationalen Koalition hätten am Dienstag einen „Präzisionsschlag“ gegen Al-Adnani ausgeführt. Sein Tod wurde aber von Washington zunächst nicht bestätigt.

Islamischer Staat

IS-Sprecher Adnani tot

Islamischer Staat: IS-Sprecher Adnani tot

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Al-Adnani gehörte zum IS-Führungszirkel. Die Denkfabrik The Soufan Group bezeichnete ihn als zweithöchstes Mitglied. Al-Adnani war es auch, der im Sommer 2014 das „Kalifat“ des IS ausrief und den dessen Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zum „Kalifen“ erklärte.

Al-Adnanis Tod bedeutet Experten zufolge eine deutliche Schwächung für den IS. Er habe an der Spitze einer kleinen Einheit gestanden, die Terroroperationen in der ganzen Welt geplant habe, unter anderem in Paris und Brüssel, sagte der Terror-Experte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg. „Es ist eine wichtige Nachricht für Europa, dass der Chef dieser Einheit getötet wurde.“

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