Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.05.2017

19:34 Uhr

Kampf gegen den Terror

Nato tritt Koalition gegen Terrormiliz IS bei

Die Nato-Staaten haben sich auf einen Beitritt der Allianz zur internationalen Anti-IS-Koalition geeinigt. Eine direkte Beteiligung an Kampfeinsätzen soll aber vorerst ausgeschlossen bleiben.

Der Nato-Generalsekretär verantwortet den Beitritt des Bündnisses in die Anti-IS-Koalition. dpa

Jens Stoltenberg

Der Nato-Generalsekretär verantwortet den Beitritt des Bündnisses in die Anti-IS-Koalition.

BrüsselDie Nato wird künftig deutlich stärker in den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingebunden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben sich die Bündnisstaaten kurz vor dem Gipfel an diesem Donnerstag darauf verständigt, dass die Militärallianz offiziell der von den USA geführten Anti-IS-Koalition beitritt. Lediglich eine direkte Beteiligung an Kampfeinsätzen soll vorerst ausgeschlossen bleiben.

Ebenfalls Einverständnis gibt es nach Angaben aus Nato-Kreisen über ein Konzept zur Verbesserung des Lastenteilung innerhalb des Bündnisses. Es sieht vor, dass alle 28 Bündnisstaaten künftig einmal jährlich darlegen, wie sie sich in Zukunft beim Thema Verteidigung engagieren wollen.

Neben der Entwicklung der Verteidigungsausgaben sollen dabei auch die Beteiligung an Nato-Einsätzen und militärische Fähigkeiten eine Rolle spielen. Für letztere hat die Nato für die kommenden 15 Jahre klare Vorgaben gesetzt. Deutschland soll beispielsweise seinen Kapazitäten im Bereich der Luftbetankung ausbauen.

Mit einer formellen Bekanntgabe der Entscheidungen wird beim Treffen der Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag gerechnet. Diese sollen sich noch einmal offiziell dahinter stellen. Die Beschlüsse gelten vor allem als Zugeständnis an den neuen US-Präsidenten Donald Trump, der zuletzt immer wieder höhere Verteidigungsausgaben und ein stärkeres Engagement der Nato im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gefordert hatte.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: „Es geht um Europas Sicherheit“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Premium „Es geht um Europas Sicherheit“

Der Nato-Chef mahnt Europa: Deutschland und andere sollen deutlich mehr für Verteidigung ausgeben, fordert Stoltenberg im Interview. Er spricht zudem über US-Präsident Trump und den schwierigen Umgang mit der Türkei.

Dass die Nato der Anti-IS-Koalition nicht schon früher beitrat, lag vor allem am Widerstand der Bundesregierung. Sie sah ein starkes Nato-Engagement in Ländern wie Syrien und dem Irak lange kritisch. Als Grund wurde genannt, dass ein Bündnisengagement die Konflikte in der Region verschärfen oder zumindest Friedensbemühungen erschweren könnte. Zudem sei die Nato-Mitgliedschaft in der Koalition ohne Mehrwert, weil die einzelnen Nato-Staaten bereits heute Mitglied seien, hieß es.

Als offizielles Mitglied der Anti-IS-Koalition könnte die Nato künftig als Kooperationsplattform genutzt werden. Zudem sollen das Ausbildungsprogramm für irakische Soldaten und der Einsatz von Awacs-Flugzeugen der Allianz ausgeweitet werden. Planungen zufolge werden letztere künftig nicht nur zur Luftraumbeobachtung, sondern auch als fliegende Kommandozentralen zur Koordinierung des Luftverkehrs über Syrien und dem Irak eingesetzt werden.

Ein Unsicherheitsfaktor für das Vorhaben ist allerdings der Streit über das Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete auf türkischen Nato-Stützpunkten. Sollte er weiter eskalieren und dazu führen, dass deutsche Soldaten aus der Türkei abgezogen werden, könnte auch die Ausweitung des Awacs-Einsatzes infrage stehen. Die Nato-Einsätze für die Anti-IS-Koalition werden nämlich derzeit vom türkischen Stützpunkt Konya aus geflogen und Deutschland stellt rund ein Drittel der Soldaten für die Awacs-Einsätze.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Nasch Freudiger

24.05.2017, 19:45 Uhr

Na also, so nach und nach schaft es der liebe uncle Donald sowohl der Nato als auch der EU die Hosen runter zu zerren. Es scheint an ihm zu liegen was er dann mit den nackten Hintern macht. Kann sein, dass er diese nur verdrischt, kann aber auch sein, dass er sich an ihnen auch noch ganz anders vergreift...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×