Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.06.2016

15:06 Uhr

Kampf gegen den Terror

USA und Frankreich sagen Extremisten den Kampf an

In Orlando waren am Wochenende 49 Menschen in einer Bar getötet worden. In Frankreich hatte ein Mann vor zwei Tagen einen Polizisten und dessen Frau erstochen. Nun wollen Washington und Paris gemeinsam zurückschlagen.

Die USA wollen gemeinsam mit Frankreich den IS zerstören. AFP; Files; Francois Guillot

Barack Obama

Die USA wollen gemeinsam mit Frankreich den IS zerstören.

Brüssel/BerlinNach den jüngsten Anschlägen wollen die USA und Frankreich ihren Kampf gegen IS-Extremisten besser koordinieren. Die Präsidenten beider Länder, Barack Obama und Francois Hollande, vereinbarten in einem Telefonat eine engere Zusammenarbeit der Geheimdienste und Sicherheitsbehörden. Ziel sei die Zerstörung des radikalen Islamischen Staates (IS). Bundesinnenminister Thomas de Maiziere nahm am Mittwoch in Paris an einer Sitzung des französischen Kabinetts teil und betonte die intensive Zusammenarbeit Deutschlands mit Frankreich in der Terrorbekämpfung.

Die belgische Polizei erhielt unterdessen nach Angaben aus Sicherheitskreisen eine Warnung, wonach sich IS-Kämpfer auf den Weg nach Europa gemacht hätten und Anschläge in Belgien und Frankreich planten. Konkrete Ziele wurden nicht genannt. Alle Polizeikräfte in Belgien seien alarmiert, teilten die Behörden mit. Die Sicherheitsstufe im Land werde aber zunächst nicht auf die höchste Stufe angehoben, da noch keine unmittelbare Anschlagsgefahr drohe. Die belgische Zeitung „DH“ berichtete, die Gruppe habe Syrien vor etwa zehn Tagen verlassen, um per Boot ohne Papiere über die Türkei nach Griechenland zu kommen.

Die vielen Namen der Extremistenmiliz IS

Isil

Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ und ist vor allem im Englischen noch häufig zu hören. Sie kommt der Übersetzung des arabischen Namens recht nahe. Dort ist vom Islamischen Staat im Irak und „al-Scham“ die Rede, also Großsyrien unter den Omajaden und später den Abbasiden.

Isis

Die Kurzform von „Islamischer Staat im Irak und Syrien“.

Isig

Diese Abkürzung benutzt die Bundesanwaltschaft in ihren Pressemitteilungen. Sie steht für den „Islamischen Staat im Irak und Großsyrien“.

IS

So nennt sich die Organisation selbst seit der Ausrufung ihres Kalifats 2014. Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat“. Kritiker lehnen diese Bezeichnung ab, weil sie den Anspruch der Miliz untermauere, einen echten Staat – und noch dazu einen islamischen – geschaffen zu haben. Manche sprechen deshalb vom „sogenannten Islamischen Staat“.

Daesch oder Daisch

Als Alternative ist in den vergangenen Monaten vermehrt die Bezeichnung Daesch oder Daisch in Mode gekommen. Dies ist die arabische Abkürzung für die Bezeichnung „Islamischer Staat im Irak und al-Scham“ (Al Daula al-Islamija fi al-Irak wa al-Scham). In den Ohren von Muttersprachlern klingt sie despektierlich, der IS selbst lehnt sie ab. Das ist ein Grund mehr für Gegner der Extremisten, sie zu verwenden.

In Orlando im US-Bundesstaat Florida waren am Wochenende 49 Menschen in einer Schwulenbar getötet worden. In Frankreich hatte ein Mann vor zwei Tagen einen Polizisten und dessen Frau erstochen. Beide Täter hatten sich zuvor zum IS bekannt.

De Maiziere forderte erneut eine europäische Einreise- und Ausreisedatei. Sowohl bei der Sicherheit als auch der Migration brauche es „starke nationale Maßnahmen“. Aber nur wenn man europäisch agiere, könne es eine wirkliche Lösung des Problems geben. „Kein Nationalstaat kann seine Sicherheit gegen Terrorismus, gegen Cyberangriffe oder gesteuerte Migration alleine zum Erfolg führen“, mahnte der CDU-Politiker.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×