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18.05.2015

13:26 Uhr

Kampf gegen den Terror

Wie der IS die Flüchtlingskrise für sich nutzt

VonMartin Gehlen

Die EU diskutiert über ein Mittel gegen Schleuser, und der IS richtet eine Kampfansage an Europa: Die Miliz will wohl glatt rasierte Kämpfer als Migranten getarnt auf Booten in die EU einschleusen – eine bewährte Taktik.

Nicht nur in Mossul haben die Islamisten die Gwalt übernommen. Auch Libyens Küstenregion kontrolliert die Terrormiliz – mit möglicherweise massiven Folgen. ap

IS auf dem Vormarsch

Nicht nur in Mossul haben die Islamisten die Gwalt übernommen. Auch Libyens Küstenregion kontrolliert die Terrormiliz – mit möglicherweise massiven Folgen.

Nach den empfindlichen Niederlagen in Kobane und Tikrit ist der Islamische Staat (IS) wieder auf dem Vormarsch. Am Sonntag nahmen die Gotteskrieger die westirakische Provinzstadt Ramadi ein, für die Zentralregierung in Bagdad das größte Debakel nach dem Verlust von Mosul vor einem Jahr.

In Syrien bedrohen die Gotteskrieger das Weltkulturerbe der antiken Stadt Palmyra, obwohl sie nach heftigen Gefechten mit mehr als 200 Toten zunächst aus der modernen Stadt nebenan vertrieben werden konnten. Doch die Gefahr ist nicht gebannt. Palmyra ist weltberühmt. Hunderttausende westliche Touristen kennen das antike Juwel aus eigener Anschauung – anders als die bereits zerstörten irakischen Stätten Nimrud, Hatra und Ninive, die in den vergangenen 20 Jahren nur eine Handvoll Fachleute besuchen konnten. Insofern hätte eine Zerstörung von Palmyra eine maximale Schockwirkung für Europa und die westliche Welt.

Islamischer Staat: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Woher kommt die Terrormiliz?

Die Miliz ist die Nachfolge-Organisation von al-Qaida im Irak, einer radikalen Widerstandsbewegung, die sich Gebiete im Westen des Landes einverleibte, nachdem die Amerikaner den Diktator Saddam Hussein gestürzt hatten, ohne das Machtvakuum zu füllen.

Es handelt um einen Zusammenschluss von sunnitischen Dschihadisten, ehemaligen Anhängern von Saddam Hussein und von Stammesmitgliedern. Die Zahl der Kämpfer wird neuerdings auf rund 30.000 geschätzt. In ihrem Herrschaftsgebiet haben die Extremisten ein Verwaltungssystem aufgebaut, das jeden Aspekt des Alltags kontrolliert.

Welche Gebiete kontrolliert IS?

Die Terrormiliz hat Schätzungen zufolge rund ein Drittel des syrischen Staatsgebietes eingenommen. Dabei gelang es ihr, einen Korridor zwischen ihren westlichsten Eroberungen nahe Aleppo über nördliche Landstriche bis zu östlichen Landesteilen nahe der Grenze zum Irak zu schaffen.

In der Provinz Aleppo stehen unter anderem die größeren Orte Manbidsch und Al-Bab unter ihrem Kommando, dort weht die schwarze Flagge der Miliz auf Regierungsgebäuden und großen Plätzen. Da die Terrormiliz auf beiden Seiten der syrisch-irkanischen Grenze nahtlos Gebiete kontrolliert, kann sie relativ leicht Kämpfer, Waffen und Güter zwischen beiden Ländern hin- und hertransportieren.

Zuletzt stockt der Vormarsch des IS allerdings. Die Miliz verlor etwa die strategisch wichtige Stadt Tikrit, ebenso wie das über Monate umkämpfe Kobane an der türkischen Grenze.

Was ist die „Hauptstadt“ des Islamischen Staats?

Die IS erklärte Rakka, eine Stadt am Euphrat im Nordosten Syriens mit einer halben Million Einwohner, zur Hauptstadt ihres Kalifats und Sitz ihrer Machtzentrale. IS-Kämpfer aus aller Welt strömten dorthin, einige mit ihren Familien. Obwohl schon immer konservativ und unter großem Einfluss von Stämmen, war Rakka früher ein lebendiges und wirtschaftlich blühendes Zentrum.

Heute patrouilliert rund um die Uhr die Sittenpolizei der IS – die sogenannte Hisba – durch die Straßen. Diese bewaffneten Kämpfer in langen Roben kontrollieren, ob ihre strenge Auslegung des Korans auch umgesetzt wird. Die IS hat Musik und Rauchen verboten. Frauen wurden von der Sittenpolizei angewiesen, sich zu verhüllen. Wer gegen die Scharia verstößt, läuft Gefahr, enthauptet oder ans Kreuz gehängt zu werden. Den Schulen der Stadt diktierte die Miliz kürzlich die Inhalte und strich Fächer wie Philosophie oder Chemie.

Wie stark sind die Kämpfer des IS?

Seit Anfang 2014 führt die Miliz mit den gemäßigten und vom Westen unterstützten Rebellen in Syrien einen Zermürbungskrieg. Dabei stürmen IS-Kämpfer Außenposten der Rebellen und nehmen ihnen Ort für Ort durch Gewalt und Einschüchterung ab.

Die Zahl der Kämpfer lässt sich nur schätzen. Fest steht jedoch, dass die Extremisten seit Beginn ihres Vormarsches im Irak Anfang Juni 2014 starken Zulauf bekommen haben. Der US-Geheimdienst CIA geht davon aus, dass die Gruppe in Syrien und im Irak zwischen 20.000 und 31.500 Kämpfer hat. Diese Zahl unterscheidet sich deutlich von den Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie schätzt die Zahl der IS-Kämpfer allein in Syrien auf rund 50.000, davon etwa 20.000 aus dem Ausland. Die Menschenrechtler stützen sich bei ihren Informationen auf ein Netz von Aktivisten in Syrien.

Welche Rohstoffe hält IS in der Hand?

Die Terrormiliz hatte im bis Herbst 2014 faktisch alle größeren Ölfelder im Osten Syriens, darunter das landesweit größte namens Omar mit einer Förderkapazität von 75.000 Barrel pro Tag erobert. Der IS nahm die Produktion teilweise auf und finanzierte sich auch über den Verkauf von Rohöl unter Marktpreisen. Das geförderte Öl werde über Mittelsmänner an die Türkei und den Irak geliefert.

Doch nach dem Verlust von Tikrit Anfang April 2015 hat die Terrororganisation auch mindestens drei Ölfelder verloren. Damit bleibt der Miliz im Irak nur noch ein einziges Ölfeld: Qayara mit einer Förderkapazität von gerade einmal 2000 Barrel am Tag. Das seien gerade noch fünf Prozent der zuvor vom IS innerhalb des Irak kontrollierten Menge.

Wie verhält sich der syrische Diktator Assad?

Syriens Präsident hat vor kurzem die Luftangriffe auf IS-Hochburgen verstärken lassen. Die Regierung öffnete die Türen für eine mögliche Kooperation mit den USA im Kampf gegen IS, sie stellte aber zugleich klar, dass jeglicher Angriff mit Damaskus abgestimmt sein müsse. Für die US-Regierung ist dies allerdings ein Problem: Sie möchte nicht an Assads Seite erscheinen, zumal sie dessen Rücktritt seit Jahren verlangt. Unter der Hand machte das Assad-Regime lange sogar Geschäfte mit den Terroristen nach dem Motto: Strom gegen Öl.

Was können die USA mit Luftschlägen ausrichten?

Jedweder Luftschlag der USA in Syrien würde sich wahrscheinlich auf Gebiete nahe der Grenze zum Irak sowie militärische Ziele wie Trainingslager in Rakka konzentrieren. Dort verfügt Assad kaum über Luftabwehr.

In jedem Fall werden sich Luftangriffe schwieriger gestalten als im Irak: Dort segnet Bagdad das Vorgehen ab, zudem verlaufen die Frontlinien deutlicher. In Syrien hingegen gibt es auf engem Raum verschiedene Fraktionen, zu denen neben IS auch der al-Qaida-Ableger Nusra-Front, die vom Westen unterstützten Rebellen der Freien Syrischen Armee und die Regierungstruppen gehören. Während die gemäßigten Rebellen US-Luftschläge fordern, lehnen die extremeren Kämpfer ein Engagement der USA ab.

Gleichzeitig entwickelt sich das „Islamische Kalifat“ außerhalb von Syrien und Irak immer mehr zu einem transnationalen Terrorimperium, deren Filialen sich auch am südlichen Mittelmeer festsetzen – in Libyen, Algerien, Tunesien und Ägypten. Von Libyen planen die Terroristen nach einem Bericht der BBC nun offenbar systematische Angriffe auf Europa, indem sie glatt rasierte Kämpfer als Migranten getarnt auf Flüchtlingsboote einschleusen.

„Wir werden Rom erobern“, hatte bereits in Februar einer der schwarz IS-Vermummten auf einem Video deklamiert und seinen Dolch aufs offene Meer gestreckt, bevor seine Komplizen an dem libyschen Strand 20 koptische Christen vor laufender Kamera enthaupteten. Der britische Sender beruft sich mit seiner Warnung auf den libyschen Regierungsberater Abdul Basit Haroun, der gute Kontakte zu einheimischen Bootbesitzern hat. Nach dessen Angaben zwingt Libyens IS die Menschenschmuggler seit Neuestem, 50 Prozent ihrer Einnahmen der Terrormiliz abzuliefern und IS-Kämpfer auf den Schiffen mitzunehmen.

So getarnt könne die europäische Polizei nicht ermitteln, wer von IS sei und wer normaler Flüchtling. „Die Extremisten sitzen oft getrennt von den anderen Flüchtlingen“, erklärte Abdul Basit Haroun. „Sie haben keinerlei Angst vor der Überfahrt – denn sie sind 100 Prozent IS.“ 60.000 Menschen haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen in diesem Jahr bereits versucht, über auf dem Seeweg nach Europa zu kommen. 1800 sind dabei ertrunken, die Zahl der Opfer ist damit zwanzig Mal höher als im gleichen Zeitraum 2014.

Kommentare (7)

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Herr Holger Narrog

18.05.2015, 14:03 Uhr

Ich erachte die "Invasion" Europas durch den IS und dessen Kämpfer als in der Sensationslust übertriebene Mediengeschichte. Es mag sein, dass der IS ein gutgehendes Schutzgeldsystem aufbaut, die Überfahrt der seitens der linken Politiker erwünschten "Flüchtlinge" organisiert, oder ein paar Terroristen einschleust, mehr nicht.

Langfristig wirkt die demographische Bombe sehr sicher. Aufgrund der Ideologie des Radikalfeminismus bekommt die D Frau durchschnittlich kaum mehr 1 Kind (Durchschnitt inkl. Einwanderung 1,35). Muslimische Einwanderer leben meist in arbeitsteiligen Familien und haben signifikant mehr Kinder. Aktuell haben 40% der Kinder in D einen Migrationshintergrund.

Rechnerisch werden die Migranten in 30 - 40 Jahren in der aktiven Bevölkerung (<65J) in der Mehrheit sein.

Dann kann sich die Gesellschaft massiv verändern....Radikalfeminismus, Ökoreligion und vieles mehr wird dann von der neuen Gesellschaft in Frage gestellt. Die linken Schlechtmenschen werden sich umgucken.

Herr Bernhard Ramseyer

18.05.2015, 14:14 Uhr

Da haben die "Dienste" endlich mal einige richtige Aufgabe.

Herr Michael Müller

18.05.2015, 14:42 Uhr

@ Holger Narrog: Ich gebe Ihnen völlig Recht!

Wenn wir nichts unternehmen, sind in Deutschland bald die Muslims in der Mehrheit.

Wenn wir nichts unternehmen, erleben wir den Einzug einer muslimischen Partei (MDU) in den Bundestag.

Wenn wir nichts unternehmen, erhalten wir durch diese Partei dann Zustände in Deutschland, die jetzt für viele Muslims der Grund ist "Ihr" Land zu verlassen!

Wenn wir nichts unternehmen, geht unsere Kultur zu Grunde!

Wir müssen etwas unternehmen! Bald!

Es gibt Deutsche und auch Nicht-Deutsche, die gegen die Islamisierung Deutschland sind. Diese Menschen werden von den "Linken" und auch den Gewerkschaften (!!!) auf das Übelste beschimpft und sogar gewalttätig bedroht.

Was sind das für Menschen, welche die Menschen, die gegen die Islamsierung Deutschlands sind so drangsalieren? Das sind Menschen, die FÜR eine Islamisierung Deutschlands sind! Warum sind diese Menschen in Deutschland und nicht in einem Islamstaat? ? ? ? Genau! Diese Staaten funktionieren nicht! In den islamischen Staaten verhungern die Menschen, werden geköpft oder sterben an einfachsten Infektionen. Ohne unseren Wohlstand, technischen Fortschritt, medizinischen Möglichkeiten (Notfallmedizin, Impfung, OP-Technik, Geburtshilfe, ….) … wären diese Staaten noch immer auf einem vorindustriellen Stand und würden immer noch auf Eseln reiten, was sie zum Teil ja immer noch tun. Wer für eine Islamisierung Deutschlands ist, kann ja gerne dorthin gehen. Hier kann sich jeder frei bewegen, seine meinung äußern, seinen Glauben leben und auch gehen! Das ist dort nicht der Fall!

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