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15.12.2012

16:58 Uhr

Kampf gegen die Taliban

Bereit zu sterben, so Gott will

Die jungen Afghanen werden Mut brauchen: Sie sollen ihr Land gegen die Taliban verteidigen, wenn die Nato bald abzieht. Ein Besuch im Trainingszentrum in Kabul, in dem die Rekruten auf den Krieg vorbereitet werden.

Rekruten im Militär-Trainingszentrum in Kabul. Sie sind Afghanistans wichtigste Waffe im Kampf gegen die Taliban. dpa

Rekruten im Militär-Trainingszentrum in Kabul. Sie sind Afghanistans wichtigste Waffe im Kampf gegen die Taliban.

Sayed Aref ist ein ernster junger Mann. 18 Jahre ist der eher schmächtige Afghane alt, dessen noch dünner Bart nur Teile der Wangen bedeckt. Aref hält ein Schnellfeuergewehr in den Händen, der graue Helm wirkt groß auf seinem Kopf. Angst vor dem Tod hat der Rekrut aus der südöstlichen Unruheprovinz Ghasni nach seinen Worten nicht. „Wenn man die Uniform der Armee trägt, sollte man sich vor nichts fürchten“, sagt er. Aref hat fünf Wochen Ausbildung im Kabuler Militär-Trainingszentrum (KMTC) hinter sich, drei Wochen folgen noch. Ob er bereit dazu ist, danach in den Krieg gegen die Taliban zu ziehen? „Inschallah“, sagt Aref. So Gott will.

Männer wie Aref sind es, die die Regierung in Kabul nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 gegen die Aufständischen verteidigen und das Land stabilisieren sollen. Ob das gelingen wird, ist offen. Die Qualität der noch jungen Nationalarmee (ANA) hat sich allerdings deutlich verbessert. Das liegt auch am professionelleren Training der Soldaten, die sich für drei Jahre verpflichten.

Auch Sayed Aref ist bereit zu kämpfen. dpa

Auch Sayed Aref ist bereit zu kämpfen.

Aref und seine Kameraden üben den Angriff. Die Rekruten kriechen unter Stacheldraht hindurch, stürmen auf feindliche Stellungen zu und werfen entschärfte Handgranaten. Etwas weiter entfernt robben afghanische Spezialkräfte einen Hügel hinauf, sie schießen mit Platzpatronen auf einen imaginären Feind. Ihr Ausbilder ist ein Amerikaner in ziviler Kleidung. Die Szenerie beobachtet ein US-Soldat mit scharfer Waffe - ein „Guardian Angel“ für den Trainer. Die sogenannten Schutzengel sollen Angriffe von Afghanen in Uniform auf ausländische Kameraden verhindern, die dramatisch zugenommen haben.

Die Spezialkräfte werden noch von Ausländern geschult, ansonsten haben die Afghanen das Training ihrer Soldaten fast vollständig selber übernommen. „Wir brauchen die Ausländer nicht mehr“, sagt der Feldwebel Nasar Ahmad Khan, der seit zwei Jahren Rekruten schult. „Die afghanischen Ausbilder sind jetzt selber in der Lage, Soldaten zu trainieren.“ Auch die Qualität der Rekruten habe sich verbessert. Einen Mangel an Freiwilligen gebe es nicht.

Rekrutiert wird aus allen afghanischen Volksgruppen, deren Stärke in der Armee ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechen soll. Khan versucht, die Sorge zu zerstreuen, die Streitkräfte könnten entlang ethnischer Grenzen zerbrechen - was ein Garant für einen neuen Bürgerkrieg wäre. „Die Rekruten sind während des Trainings vereint und nach dem Training. Sie leben hier wie Brüder zusammen. Paschtunen lernen tadschikisch, Tadschiken und Hasara lernen paschtunisch.“ Am Eingangstor des KMTC steht in großen Lettern: „Einheit beginnt hier.“

Kommentare (1)

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16.12.2012, 15:41 Uhr

Ein Klasse Artikel der dokumentiert, es geht aufwärts mit Afghanisten. Es wurde alles richitg gemacht in den letzten 10 Jahren, wo gehobelt wird da fallen nun mal Spähne, aber immerhin gibt es nun zwei Demokratische Länder mehr auf der Welt (Irak, Afghanistan). Die beiden werden nicht umfallen. Die Länder wollen wachsen, auf die Beine kommen, am Welthandel Teil haben. Es sind zwei entscheidende Zonen die dort Links und Rechts des Irans eingerichtet wurden, in der Mitte die Mullahs, und jenseits der Grenze immer mehr Freiheit, Demokratie, Konsum, Westen - es muss für den Iran wie eine Belagerung sein, und irgendwann kippt er.

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