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26.11.2015

16:40 Uhr

Kampf gegen Dschihadisten

Spanische Parteien schließen Anti-Terror-Pakt

Neun spanische Parteien haben sich zu einem Anti-Terror-Bündnis zusammengeschlossen. Das Übereinkommen soll den Sicherheitsbehörden den Kampf gegen Terrorzellen erleichtern. Nicht dabei ist die neue Linkspartei Podemos.

Neun Parteien haben ein Anti-Terror-Bündnis geschlossen. dpa

Spaniens Parlament

Neun Parteien haben ein Anti-Terror-Bündnis geschlossen.

MadridIm Kampf gegen den islamistischen Terrorismus haben sich in Spanien insgesamt neun politische Parteien zu einem Pakt zusammengeschlossen. Dazu gehören auch die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy und die oppositionellen Sozialisten (PSOE).

Rajoy und der Oppositionsführer Pedro Sánchez hatten im Februar ein Bündnis für den Kampf gegen den Dschihadismus geschlossen. Diesem Pakt traten am Donnerstag die liberale Partei Ciudadanos (Bürger) sowie sechs kleinere und regionale Parteien bei.

Islamistischer Terror in Europa

Seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gab es auch in Europa eine Reihe islamistischer Attentate. Manche Pläne konnten gerade noch vereitelt werden. Beispiele:

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

2. November 2004

Der Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh wird in Amsterdam auf offener Straße ermordet.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft erurteilt.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

9. März 2010

Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro mit 40 Toten und 84 Verletzten. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

7. Januar 2015

Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Zwölf Menschen fallen dem Anschlag zum Opfer.

13. November 2015

Bei mehreren Sprengstoffexplosionen im Pariser Stadtgebiet sterben 130 Menschen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

Die Vereinte Linke (IU) und die neue Linkspartei Podemos (Wir können) lehnten einen Beitritt ab. Podemos will dem Bündnis aber als Beobachter angehören. Die in Katalonien regierende CDC (Demokratische Konvergenz) beklagte, nicht eingeladen worden zu sein.

Das Anti-Terror-Bündnis stehe weiterhin den Parteien offen, die den Pakt nicht unterschrieben hätten, sagte Innenminister Jorge Fernández Díaz. Das Übereinkommen sieht unter anderem Gesetzesinitiativen vor, die den Sicherheitskräften und der Justiz den Kampf gegen terroristische Zellen erleichtern sollen.

Von

dpa

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