Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.09.2014

08:44 Uhr

Kampf gegen Ebola

USA schickt 3000 Soldaten nach Westafrika

Die Ebola-Epedimie in Westafrika breitet sich rasant aus. Die USA planen jetzt einen groß angelegten Hilfseinsatz. 3000 Soldaten sollen Kliniken aufbauen. Der Plan ist umstritten.

Seuche auf dem Aufmarsch

UN-Sicherheitsrat soll zu Ebola tagen

Seuche auf dem Aufmarsch: UN-Sicherheitsrat soll zu Ebola tagen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WashingtonIm Kampf gegen die verheerende Ebola-Epidemie in Westafrika wollen die USA den betroffenen Ländern mit 3000 militärischen Angestellten helfen - darunter Ärzte, Sanitäter, Ingenieure und Logistikexperten. Die Regierung von Präsident Barack Obama bereite die entsprechenden Schritte vor, sagten Beamte am späten Montagabend (Ortszeit). Es werde rund zwei Wochen dauern, bis die Helfer die Region erreicht hätten.

Das US-Personal solle sich vor Ort um medizinische und logistische Unterstützung kümmern, berichteten Regierungsbeamte. 17 neue Behandlungszentren, in denen Ebola-Patienten isoliert und versorgt werden können, sollen mit jeweils 100 Betten pro Einrichtung gebaut werden. 500 Gesundheitsmitarbeiter pro Woche sollen eine Ausbildung für Maßnahmen gegen die Epidemie bekommen, hieß es.

Den Angaben zufolge will Präsident Obama den Schritt am Dienstag in der US-Seuchenkontrollbehörde CDC in Atlanta offiziell verkünden. Zuletzt hatten die betroffenen westafrikanischen Länder sowie Hilfsorganisationen die USA zu einem größeren Einsatz gegen Ebola aufgefordert. Bislang sind weit mehr als 2200 Menschen an dem tödlichen Virus gestorben, am stärksten betroffen sind die Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea. Der Erreger hatte auch Nigeria und den Senegal erreicht.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Nach Angaben der Regierungsbeamten zielen die Maßnahmen zudem darauf ab, in der liberianischen Hauptstadt Monrovia ein Hauptquartier zur Koordinierung der Einsätze gegen Ebola zu errichten. Hunderttausende Haushalte erhalten den Plänen nach Ausrüstung zur Gesundheitsfürsorge. Allein 50.000 solcher Pakete wolle die US-Behörde USAID schon diese Woche in Liberia verteilen. Darüber hinaus soll eine Kampagne die Bevölkerung schulen, mit ungeschützten Patienten umzugehen.

Nicht bei allen Experten stoßen die Pläne aus Washington auf Gegenliebe. Maximilian Gertler von der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ hält den Einsatz von Soldaten bei der Bekämpfung der Ebola für kontraproduktiv. Der Mediziner begrüßte zwar prinzipiell die geplante Errichtung weiterer Isolierstationen, betonte aber zugleich, dass er für militärischen Schutz keine Notwendigkeit sehe. „Gesundheitseinrichtungen militärisch zu schützen, da sehen wir überhaupt keinen Bedarf“, sagte Gertler in der vergangenen Woche im „ARD Morgenmagazin“. Es sei zu befürchten, dass dies Ängste in der Bevölkerung schüren könnte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×