Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2014

11:50 Uhr

Kampf gegen Extremisten

Französische Kampfjets attackieren IS im Irak

Frankreich unterstützt die USA im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Französische Rafale-Kampfflugzeuge attackierten ein Versorgungsdepot der Extremisten-Organisation im Irak. Weitere Operationen sollen folgen.

Rafale-Kampfjets haben ein Versorgungslager der Extremisten angegriffen. AFP

Rafale-Kampfjets haben ein Versorgungslager der Extremisten angegriffen.

Frankreich hat am Freitag seine ersten Luftangriffe gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) im Irak geflogen. Präsident François Hollande teilte in Paris mit, französische Rafale-Kampfflugzeuge hätten am Morgen „ein logistisches Lager der Terroristen“ im Nordosten des Irak angegriffen. „Das Ziel wurde getroffen und vollständig zerstört.“ Weitere Luftangriffe würden in den kommenden Tagen folgen, kündigte Hollande an.

Die französische Armee fliegt seit Montag Aufklärungseinsätze über dem Irak. Paris beruft sich bei den Einsätzen auf Absprachen mit der Regierung in Bagdad. Bodentruppen und eine Intervention in Syrien schloss Hollande aus.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Damit verstärken die USA und Frankreich ihre militärischen Anstrengungen gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Die USA hatten erstmals vor sechs Wochen IS-Stellungen im Irak aus der Luft bombardiert.

Nun erhielt US-Präsident Barack Obama vom Kongress in Washington auch die Zustimmung, moderate syrische Rebellen für den Kampf gegen den IS auszubilden und zu bewaffnen. Nach Angaben Obamas haben sich mittlerweile mehr als 40 Länder der Allianz gegen die Islamisten angeschlossen, darunter auch arabische Staaten.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Delete User Delete User

19.09.2014, 13:21 Uhr

Es wird langsam Zeit, dass die Bundesregierung eine erheblich aktivere Rolle bei der Bekämpfung der Gruppierung IS führt.

Der militärische Einsatz, den Deutschland leistet im Vergleich zu den USA, GB oder Frankreich leistet, ist geradezu beschämend. Deutsche Soldaten sollten eine wesentlich aktivere Rolle bei der Bekämpfung aus der Luft spielen. Die Bundesregierung sollte schnellsten alle Möglichkeiten ausloten und Beschlüsse fassen, sodass wir an der Seite unserer Verbündeten kämpfen könnten!

Herr W. Dilling

19.09.2014, 13:24 Uhr

Aber unbedingt! Töten aus der Luft ist richtig was für die modernen Top Gun Helden, und es soll mir keiner kommen mit solch belanglosen Dingen wie Kollateralschäden, die nehmen wahre Helden hin und schlafen dadurch auch keine Sekunde schlechter. Vorwärts und im Gleichschritt Marsch ... Zynismus aus!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×