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26.08.2014

17:42 Uhr

Kampf gegen Extremisten in Syrien

„Wir müssen die IS dort bekämpfen, wo sie ist“

Die Lage in Syrien ist dramatisch: Die IS-Extremisten kontrollieren immer größere Gebiete. Die USA sehen sich gezwungen, nun auch in Syrien einzugreifen. Auch CDU-Fraktionschef Kauder fordert ein hartes Durchgreifen.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) ist den Amerikanern für ihre Einsätze in Syrien und im Irak dankbar. dpa

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) ist den Amerikanern für ihre Einsätze in Syrien und im Irak dankbar.

WashingtonDer Fraktionsvorsitzende von CDU und CSU im Bundestag, Volker Kauder, unterstützt Amerika darin, die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) auch in Syrien zu verfolgen. „Wir müssen die IS dort bekämpfen, wo sie ist“, sagte Kauder dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Das gilt nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien“. Die Terrororganisation kenne keine territorialen Grenzen. Daher unterstütze er das Vorgehen der USA in Syrien und stellte zugleich klar: „Die Aufgabe kann und muss in erster Linie Amerika leisten.“ Er sei den Amerikanern für ihr Engagement dankbar.

Am Wochenende hatte sich Kauder im Nordirak vor Ort ein Bild über die Lage gemacht. Am Dienstag hatte Amerika mit Aufklärungsflügen über Syrien begonnen, um mögliche Luftangriffe vorzubereiten. Die Drohnenflüge sollten helfen, Attacken aus der Luft gegen die Terrorgruppe auf syrischem Territorium vorzubereiten, berichtete der TV-Sender NBC am Dienstag. Bombardements von IS-Stellungen in Syrien seien jedoch noch nicht beschlossen worden. Eine Entscheidung könne Ende der Woche fallen.

Der IS-Siegeszug – Chronik Teil 1

6. Januar 2014

Im Irak und in Syrien dehnt die Miliz Islamischer Staat (IS) ihr Terrorregime auf immer mehr Orte aus. IS gewann 2013 an Einfluss, als der Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit sunnitischen Parteien eskalierte. Am 6. Januar besetzen IS-Rebellen Falludscha in der Provinz Anbar.

21. März 2014

IS liefert sich in der Provinz Dijala Kämpfe mit der Armee.

11. April 2014

Vor Gefechten in Anbar fliehen mehr als 400.000 Menschen.

10. Juni 2014

IS-Kämpfer nehmen Mossul ein. Im türkischen Konsulat werden fast 50 Geiseln genommen. Dazu kommen über 30 entführte türkische Lastwagenfahrer. Rund 500.000 Einwohner der Millionenstadt fliehen.

11. Juni 2014

IS kontrolliert weite Teile des Iraks. Dazu gehören Ninive, Anbar und Salaheddin mit den wichtigen Städten Baidschi und Tikrit.

12. Juni 2014

IS rückt weiter Richtung Bagdad vor. Regierungschef Nuri al-Maliki scheitert im Parlament mit dem Versuch, den Notstand ausrufen zu lassen.

13. Juni 2014

US-Präsident Barack Obama schließt ein Eingreifen von US-Bodentruppen aus, Washington bereite „andere Optionen“ vor. Auch Irans Präsident Hassan Ruhani sichert der schiitischen Regierung des Iraks Solidarität im Kampf gegen sunnitische Terroristen zu.

15. Juni 2014

Nachdem irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer den Vormarsch der Dschihadisten gebietsweise stoppen konnten, führt IS den Kampf mit Videos und Fotos grausamer Exekutionen auch im Internet.

20. Juni 2014

Zweieinhalb Jahre nach Ende des Irak-Kriegs bereiten sich die USA auf neue Militärschläge im Land vor. Luftangriffe gegen IS-Rebellen sind nicht mehr ausgeschlossen. Außerdem seien die USA bereit, bis zu 300 Militärberater ins Land zu schicken.

24. Juni 2014

Angesichts des IS-Vormarsches wollen verfeindete Schiiten, Sunniten und Kurden im Irak rasch eine gemeinsame Regierung bilden. Al-Maliki lehnt diese ab und verschärft damit die Krise.

Das Weiße Haus in Washington bestätigte die Berichte nicht. Allerdings sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa: „Wir schränken unsere Optionen nicht durch geografische Grenzen ein, wenn es um unsere zentrale Mission geht, unsere Bürger zu beschützen“. Nach US-Medienberichten hatte Präsident Barack Obama Drohnenflüge bereits am Wochenende genehmigt. Eine Zustimmung der syrischen Regierung solle dafür nicht eingeholt werden, hieß es weiter.

Kommentare (8)

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Sergio Puntila

26.08.2014, 18:15 Uhr

Ja wo is sie denn die IS?
Kauder will die Blindschleiche geben, ohne dabei glaubwürdig sein zu können.

Herr Hikmet Özdemir

26.08.2014, 18:28 Uhr



Wenn, Westen, USA mit der Türkei ( Türkei fordert dies schon seit 4 Jahren) die gemäßigten Oppositionsgruppen im Kampf gegen den Diktator
Assad rechtzeitig finanziell und mit Waffen unterstützt hätten, wäre weder Al Nusra noch IS in der Lage gewesen sich in Syrien und Irak Boden gut zu machen. Vor allem würde die Anzahl der Regimekritiker, die sich der IS angeschlossen haben weitaus niedriger sein.

Syrien hätte eine Neuwahlen und eine demokratisch
legitimierte neue Regierung erhalten.

Diktator Assad, der Krieg gegen eigenes Volk führt und 200.000 Tote sowie 7.Mio Flüchtlinge auf dem Gewissen hat, wäre nicht mehr an der Macht.

Vielleicht ist es gewollt gewesen. Denn IS konnte sich breit machen,weil Assad IS als Verbündeter gegen die gemäßigte Opposition brauchte und sie gewähren ließ. Nach dem Motto der Feind meines Feindes ist mein Freund.

So konnte IS gegen die Oppositionmiliz ungestört agieren und diese Gebiete zurückerobern und ließ dise Gebiete sogar an Assads Kräfte zurück. Diktator Assad lacht sich ins Fäustchen und möchte so seine Diktatur und Kriegsverbrecehen durch Westen legitimieren.

"Wenn die syrische Armee den Islamischen Staat nicht bekämpft, dann stärkt das die Gruppe", sagt Schahbandar, ein enger Berater des früheren irakischen Regierungschefs Nuri al-Maliki. Assad habe ihm diese Strategie persönlich im Mai in einem Gespräch in Damaskus erläutert. "Manchmal lässt die Armee den Islamischen Staat ziehen, damit sie die FSA angreifen und ihre Waffen erbeuten können."

"Es ist Kalkül, die FSA zu eliminieren und dann nur noch zwei Kräfte zu haben, die sich in Syrien gegenüberstehen: Assad und den Islamischen Staat", sagt Schahbandar. "Jetzt bittet Damaskus die Welt um Hilfe, und die Welt kann nicht Nein sagen."

Herr Peter Spiegel

26.08.2014, 18:28 Uhr

Sergio Puntila@
Nehmen Sie den dankbar gesalbten Kauder doch ernst.
Er hat doch persönlich nachgesehen und muß es daher wissen, das war im Fernsehn.
"Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) ist den Amerikanern für ihre Einsätze in Syrien und im Irak dankbar."

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