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01.07.2015

17:43 Uhr

Kampf gegen Franken-Aufwertung

Schweizer Regierung stärkt Notenbank den Rücken

Der Schweizer Wirtschaft schlägt der starke Franken auf den Magen. Der Kurs der Nationalbank mit Negativzinsen gegen die starke Währung anzukämpfen, findet daher Unterstützung bei der Regierung.

Die Schweizer Regierung unterstütz die Notenbank des Landes bei ihrem Kampf gegen den starken Franken. dpa

Rückendeckung bei Überbewerteter Währung

Die Schweizer Regierung unterstütz die Notenbank des Landes bei ihrem Kampf gegen den starken Franken.

ZürichDie Schweizer Regierung stärkt der Notenbank den Rücken im Kampf gegen die Franken-Aufwertung. Wegen der starken Überbewertung der Währung dürfte das Wachstum in den nächsten Quartalen sehr schwach sein, der Wirtschaft des Landes droht nach Einschätzung des Bundesrats aber zumindest vorläufig keine schwere Krise.

„Die weitere Entwicklung hängt stark von der Entwicklung der Wechselkurse ab“, erklärte die Regierung nach einer turnusmäßigen Sitzung. „Der Bundesrat unterstützt die Bestrebungen der Nationalbank, zu einer Normalisierung der Verhältnisse beizutragen.“ Für die Politik stehe weiterhin die Verbesserung der Rahmenbedingungen im Vordergrund.

Die Schweizer Wirtschaft, Deutschland und die EU

Reger Warenaustausch

Zwischen der Schweiz und der EU besteht ein reger Warenaustausch. Die Schweiz exportierte 2013 nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI) Waren im Wert von rund 90 Milliarden Euro (54,9 Prozent der Ausfuhren) in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Importe

Importiert wurden aus den Mitgliedstaaten der EU Waren im Wert von rund 108 Milliarden Euro (74,4 Prozent der gesamten Einfuhren).

Viertwichtigster Handelspartner

Die Schweiz ist viertwichtigster Handelspartner der EU nach USA, China und Russland. Exportiert werden Pharmazeutika, Industriemaschinen, Präzisionsinstrumente, Uhren.

Deutschland

Deutschland ist laut BMWI Zielland für rund ein Drittel der schweizerischen Exporte. Knapp ein Fünftel der schweizerischen Importe stammen aus Deutschland. Deutschland ist somit der mit Abstand wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz.

Wichtige Handelsbeziehungen

Aber auch für Deutschland sind die Handelsbeziehungen zur Schweiz von „enormer“ Bedeutung, schreibt das BMWI auf seiner Webseite. Die Schweiz nimmt demnach in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner den 8. Rang sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen ein.

Mehr deutsche Produkte

2012 hatte die vergleichsweise kleine Schweiz (acht Millionen Einwohner) wertmäßig mehr deutsche Produkte eingeführt als beispielsweise Russland (142 Millionen Einwohner), Japan (127 Millionen Einwohner) oder Polen (38 Millionen Einwohner).

Deutsche in der Schweiz

290.000 Deutsche leben und arbeiten laut BMWI in der Schweiz. Deutsche bilden damit nur noch knapp nach Italienern (15,9 Prozent) die zweitstärkste Ausländergruppe (15,2 Prozent).

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stemmt sich seit der Abkehr vom Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken im Januar mit Negativzinsen gegen die Stärke der Landeswährung, die der exportorientierten Industrie und der Tourismusbranche zu schaffen macht. SNB-Präsident Thomas Jordan und seine beiden Direktoriumsmitglieder haben wiederholt betont, dass sie auch am Devisenmarkt intervenieren werden, sollte eine neue Geldwelle auf die Schweiz zurollen. Für einen Euro werden aktuell 1,0445 Franken bezahlt.

Von

rtr

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