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29.10.2013

10:19 Uhr

Kampf gegen Inflation

Indische Notenbank erhöht erneut den Leitzins

Der indische Zinssatz ist auf 7,75 Prozent angehoben worden. Die Notenbank des Landes will so die weiter steigende Inflation bekämpfen. Besonders die Lebensmittelpreise machen den Verbrauchern in Indien zu schaffen.

Die indische Notenbank macht erneut von sich reden. picture alliance / dpadpa / picture alliance

Die indische Notenbank macht erneut von sich reden.

Neu-DelhiDie Zentralbank Indiens kämpft gegen die hohe Inflation. Nach der überraschenden Anhebung im September erhöhte die Notenbank den Leitzins am Dienstag erneut um 0,25 Punkte. Der wichtige Zinssatz liegt nunmehr den Angaben zufolge bei 7,75 Prozent. Auf Jahresbasis war die Inflationsrate zuletzt auf 6,46 Prozent gestiegen. Besonders die Lebensmittelpreise machen den Verbrauchern in Indien zu schaffen. Im September stiegen sie um mehr als 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, getrieben vor allem von Gemüsepreisen wie etwa dem symbolisch wichtigen Zwiebelpreis, der um 322 Prozent nach oben schnellte.

Der neue Notenbankchef Raghuram Rajan geht vorrangig gegen die Inflationsgefahren vor und hat weniger das Wachstum im Blick. Erst am Montag hatte eine Expertengruppe der Notenbank die Wachstumsaussichten der Wirtschaft für dieses Finanzjahr (April 2013 bis März 2014) von 5,7 auf 4,8 Prozent gesenkt. Das wäre noch weniger als die 5 Prozent im vergangenen Jahr, die bereits ein Zehnjahrestief markierten.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Außerdem fuhr die Notenbank ihrer Mitteilung zufolge die Krisenmaßnahmen zur Stützung der Landeswährung Rupie weiter zurück, die im August auf ein Rekordtief gefallen war. Das große Schwellenland Indien gehörte zu den Ländern, die am stärksten unter dem zunächst angekündigten Kurswechsel der US-Notenbank Fed gelitten hatten. Seit bekanntgegeben wurde, dass die Federal Reserve ihre lockere Geldpolitik zunächst fortsetzt, stabilisierte sich der Rupienkurs.


Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.10.2013, 12:49 Uhr

Indien ist ein Beispiel dafür, dass sich nicht nur die Anhänger der Cargo-Kulte Judentum, Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) und Islam im "Programm Genesis" befinden, sondern die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit. Obwohl der künstliche Archetyp Jahwe in Indien kaum offiziell angebetet wird, macht es diese "kosmische Pottsau" auch den Indern unmöglich, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld zu verstehen und sich den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation durch die Verwirklichung des Prinzips Eigennutz = Gemeinnutz auch nur ansatzweise vorstellen zu können:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/glaube-aberglaube-unglaube.html

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