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30.10.2014

12:06 Uhr

Kampf gegen IS

Erste Peschmerga sind in Kobane

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat es nicht geschafft, den Weg für die erwartete Verstärkung für das belagerte Kobane abzuschneiden. Die ersten Peschmerga-Kämpfer treffen ein.

Rund 150 Peschmerga-Kämpfer sind auf dem Weg in die belagerte Stadt Kobane. AFP

Rund 150 Peschmerga-Kämpfer sind auf dem Weg in die belagerte Stadt Kobane.

KobaneDie ersten Peschmerga aus dem Nordirak sind zur Verstärkung in der nordsyrischen Stadt Kobane eingetroffen. Zehn Kämpfer kamen nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am späten Donnerstagvormittag in der umkämpften Enklave an. Der Rest der Peschmerga-Einheit werde in den kommenden Stunden erwartet. Die Kämpfer aus dem Nordirak haben schwere Waffen dabei und sollen den Kurden in Kobane helfen, die Stadt gegen Angreifer der Terrormiliz Islamischer Staat zu verteidigen.

Die IS hat laut Aktivisten am Donnerstag den nördlichen Sektor der nordsyrischen Stadt Kobane mit schwerer Artillerie angegriffen. Mit dem Dauerbeschuss sei es den Extremisten gelungen, die Verstärkung der kurdischen Verteidiger durch Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak aufzuhalten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Die kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) hätten eine IS-Offensive auf die Stadt aber erfolgreich abwehren können.

Die kurdischen Kämpfer im Überblick

Peschmerga

Im Irak stellt sich vor allem die Peschmerga den Dschihadisten entgegen, um die kurdische Autonomieregion im Norden zu schützen. Der Name der Armee bedeutet in etwa „Jene, die dem Tod ins Auge sehen“. Die Streitkräfte gingen aus bewaffneten Einheiten insbesondere der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) im Nordirak hervor. Experten gehen von etwa 130.000 bis 200.000 Kämpfern aus. Viele unterstehen der kurdischen Regionalregierung.

YPG

In Nordsyrien kämpfen derzeit insbesondere die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gegen die IS-Extremisten. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden und wollen ihre drei „autonomen Kantone“ schützen, die nach dem Rückzug der syrischen Regierungstruppen in den überwiegend von Kurden bewohnten Regionen errichtet wurden.

PKK

Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist und auch in europäischen Ländern und den USA auf der Terrorliste steht. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen.

Laut dem Direkter der in London ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, gab es auf Seiten der Dschihadisten mehrere Tote. Ihre Leichen hätten stundenlang auf den Straßen gelegen, bis sie geborgen worden seien, sagte er.

Rund 150 Peschmerga-Kämpfer waren zuletzt aus dem Irak bis zur türkischen Grenze gelangt. Sie warteten am Donnerstag bei der türkischen Stadt Suruc darauf, nach Kobane weiterzugelangen. Sie wurden von türkischen Sicherheitskräften bewacht, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Türkei hatte sich erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA bereiterklärt, die Peschmerga über ihre Grenze zu lassen, damit sie die syrischen Kurden in Kobane beim Kampf gegen den IS unterstützen können.

Kommentare (1)

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Herr reiner tiroch

30.10.2014, 17:14 Uhr

seit 2 Wochen kommt Verstärkung für Kobane, und heute sind 10 Kämpfer angekommen? haben sich die anderen verlaufen?

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