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11.08.2014

19:53 Uhr

Kampf gegen IS-Extremisten

USA beginnen mit Waffenlieferung an Kurden

Die USA haben Waffenlieferungen an die Kurden im Irak begonnen. Sie sollen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gestärkt werden. In der EU will am Dienstag über die Lage im Irak beraten.

Einheiten der kurdischen Peschmerga bekommen Waffen aus den USA. dpa

Einheiten der kurdischen Peschmerga bekommen Waffen aus den USA.

Bagdad/Washington/BerlinWashington stärkt die Kurden im Nordirak mit Waffenlieferungen für den Kampf gegen den Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Lieferungen seien bereits vergangene Woche begonnen worden, sagte die Sprecherin im US-Außenamt, Marie Harf, dem US-Sender CNN am Montag.

Die USA schicken zudem Katastrophenhelfer, um Zehntausende Flüchtlinge mit Wasser, Lebensmitteln und Unterkünften zu versorgen. Die Terrormiliz IS hatte vor zwei Monaten einen blutigen Vormarsch begonnen, der eine Massenflucht auslöste. Unterdessen eskalierte in Bagdad der Machtkampf um das Amt des Regierungschefs.

Nach Angaben der UN waren allein in der vergangenen Woche rund 200 000 Menschen vor der Terrorgruppe geflohen. Die meisten von ihnen sind Jesiden und Christen. In den von ihnen kontrollierten Gebieten verfolgen und töten IS-Extremisten Gegner und Andersgläubige mit rücksichtsloser Gewalt. Kurdische Kämpfer haben sich der Terrormiliz in den Weg gestellt.

Berlin will sich auch weiterhin auf humanitäre Hilfe beschränken. Waffenlieferungen - etwa an die Kurden im Nordirak - stünden derzeit nicht zur Debatte, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

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Frankreich setzt sich auf EU-Ebene für Waffenlieferungen an die nordirakischen Kurden ein. Über das Thema sollte am Dienstag bei einem Sondertreffen der EU-Botschafter in Brüssel gesprochen werden. London schloss eine militärische Beteiligung an US-Luftschlägen zunächst ausgeschlossen.

Der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete, Massud Barsani, hatte die USA und weitere Verbündete zuvor um Waffenlieferungen gebeten. „Es ist entscheidend, dass wir umgehend militärische Unterstützung von der Vereinigten Staaten und anderen Freunden erhalten“, schrieb Barsani in der „Washington Post“ (Montag). „Je länger die Verzögerung dauert, desto schwieriger wird der Kampf.“

Die USA greifen seit vergangenem Freitag militärisch im Irak ein, um die schlecht ausgerüsteten und unzureichend trainierten kurdischen Kämpfer zu unterstützen. Die IS-Extremisten, die weite Teile des Irak eingenommen haben, kämpfen dagegen mit hochwertigen Waffen der USA, die oft von irakischen Sicherheitskräften zurückgelassen wurden. Bei den Luftangriffen des US-Militärs, die fortgesetzt wurden, geht es auch darum, die eigenen Waffen in den Händen von Extremisten zu zerstören.

Kommentare (23)

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Frau Annette Bollmohr

11.08.2014, 10:58 Uhr

Wollte eigentlich Ihren letzten Artikel („USA entsetzt- Panzer rollen durch Bagdad“) kommentieren, geht leider nicht.

Dann also hier:
Eins vorweg, bin heilfroh, dass die USA ihre militärische Übermacht endlich SINNVOLL, d.h. im Sinne der Allgemeinheit und nicht nur im nationalen Eigeninteresse einsetzen.

Dass dies nötig ist, daran kann es angesichts der derzeitigen Situation für jeden halbwegs vernünftigen Menschen wohl keinen Zweifel mehr geben.

Zu Maliki: Es ist immer das gleiche.

Ich wiederhole mich: Es darf in der heutigen Zeit nicht mehr sein, dass das Psychogramm (v.a. die Machtbesessenheit) einer Einzelperson auf das Wohl und Wehe der - heute im Zeitalter der Globalisierung längst ganzen - Welt entscheidenden Einfluss ausüben können.

Und ganz besonders(!) darf es heute nicht mehr sein, dass aus purer Bequemlichkeit (die „Anderen werden sich schon kümmern, was kann denn ich da schon ausrichten?“) immer noch an überholten Regeln und Statuten aus längst vergangenen Zeiten festgehalten wird!!

JEDER, der die Möglichkeit dazu hat, hat nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, sich wenigstens ansatzweise aus verschiedenen (unterschiedlichen!!!) Quellen zu informieren und dann wenigsten klar Stellung zu beziehen!

Herr Thomas Ungläubig

11.08.2014, 11:16 Uhr

Man kann nur hoffen, dass das mit den Türken abgesprochen ist. Die USA haben dereinst (im russisch-afghanischen Krieg) die Taliban bewaffnet. Die lernen's einfach nicht.

elly müller

11.08.2014, 11:26 Uhr

Deutschland? Politik? Urlaub!

Unglaublich, da sterben unschuldige Menschen in den Bergen des Irak und von den Deutschen kommt nichts, ein bisschen Geld wird angeboten!

Wo bleibt die humanitäre Hilfe und zwar sofort!!! Ich mag mir nicht ausdenken was wäre, wenn bei uns so ein Konflikt ausbrechen würde! Wir würden doch auch hoffen, dass erst mal den Menschen dort geholfen wird!
Aber hier wird Urlaub gemacht!

Wenigsten unternehmen die USA, Frankreich und England was und werfen Wasser und Essen ab!

Ich schäme mich echt für so ein Verhalten und höre noch die Worte von Gauck: Wir müssen uns schneller in Krisenherde einschalten!

Gut wäre es, wenn die Menschen dort zumindest in Sicherheit gebracht werden könnten!

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