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19.09.2015

15:13 Uhr

Kampf gegen IS in Syrien

Russland und USA streiten über die Rolle Assads

Russland verlegt vier Kampfflugzeuge nach Syrien und ist der Auffassung, dass nur mit Machthaber Assad die Terrormiliz IS besiegt werden könne. Die USA sind anderer Meinung. Beide Seiten deuten aber eine Kooperation an.

Russische SU-27 auf einer Flugmesse: „Wir sprechen schon eine ganze Zeit lang darüber.“ dpa

Verlegung von Kampfflugzeugen

Russische SU-27 auf einer Flugmesse: „Wir sprechen schon eine ganze Zeit lang darüber.“

LondonRussland dehnt nach US-Angaben seine Militärpräsenz im Bürgerkriegsland Syrien weiter aus. Im westsyrischen Latakia, wo Russland derzeit einen Luftwaffenstützpunkt errichte, seien vier russische Kampfflugzeuge gesichtet worden, sagte am Freitagabend in Washington ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Auch CNN und das „Wall Street Journal“ berichten darüber.

Mit der Entsendung von Kampfflugzeugen hätte Moskau den Ausbau seiner militärischen Präsenz in Syrien auf eine neue Stufe gestellt. Bisher war nur von Panzern, Artillerie und dutzenden Soldaten die Rede gewesen. Die US-Regierung ist bereits seit Wochen über die Entwicklungen besorgt. Nach russischer Darstellung entspricht jegliche militärische Unterstützung von Assad aber bereits bestehenden Abkommen.

Militärisches Eingreifen steht bevor: Russland schickt SU-27 nach Syrien

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Moskau macht offenbar ernst mit einem militärischen Eingreifen in Syrien. Vier Jagdbomber sollen bereits gesichtet worden sein. Grund genug für die Verteidigungsminister der USA und Russlands zu telefonieren.

US-Außenminister John Kerry deutet jetzt eine militärische Kooperation der USA mit Russland im Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien an. „Würden wir die Hilfe Russlands im Kampf gegen den IS willkommen heißen? Ganz offenkundig“, sagte Kerry am Samstag nach Gesprächen mit seinem britischen Amtskollegen Philip Hammond in London.

„Wir sprechen schon eine ganze Zeit lang darüber“, fügte er hinzu. Es bleibe jedoch zwischen beiden Ländern die Frage offen, wie die Zukunft von Syriens Machthaber Baschar al-Assad aussehe.

Russland und der Iran gehören zu den letzten Verbündeten des Assad-Regimes. Russland geht davon aus, dass die reguläre syrische Armee für den Kampf gegen den Islamischen Staat unersetzlich ist und Assad das Land vor dem völligen Zerfall bewahrt. Für die USA ist Assad dagegen Teil des Problems und nicht der Lösung. Sie sehen für ihn keinen Platz im künftigen Syrien.

Hammond erklärte, die Situation in Syrien werde immer komplizierter. Großbritannien halte sich weiter die Option offen, in Syrien wie bereits im Irak auch militärisch gegen den IS vorzugehen. Allerdings sei dies Teil eines größeren und komplexeren Problems: „Der Migrationsdruck, die humanitäre Krise, genauso wie die Notwendigkeit, den IS zu besiegen“, sagte Hammond.

Kerry hält sich gegenwärtig zu einem dreitägigen Besuch in Großbritannien auf. Am Sonntag wird der US-Außenminister in Berlin erwartet, wo er mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zusammentreffen wird.

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