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16.05.2017

07:23 Uhr

Kampf gegen IS

Info an Russen – gefährdet Trump Geheimdienstquelle?

Bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister hat US-Präsident Trump wohl geheime Informationen preisgegeben, die von einem befreundeten Nachrichtendienst stammen. Die Quelle im IS könnte nun gefährdet sein.

Der US-Präsident hatte den russischen Außenminister am 10. Mai im Weißen Haus empfangen. dpa

Donald Trump und Sergej Lawrow

Der US-Präsident hatte den russischen Außenminister am 10. Mai im Weißen Haus empfangen.

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat Regierungskreisen zufolge bei seinem jüngsten Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow geheime Informationen zur Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) preisgegeben. Es handele sich dabei um Kenntnisse, die ein Verbündeter im Kampf gegen den IS zur Verfügung gestellt habe, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute US-Regierungsvertreter am Montag.

Trump habe dieses Vorgehen nicht mit dem Bündnispartner abgesprochen. Daher könne nun ein seit Jahren bewährtes Geheimdienstabkommen auf dem Spiel stehen. Von dem Fall hatte zunächst die Zeitung „Washington Post“ berichtet, viele weitere Medien bestätigen die Vorfälle. Das Weiße Haus wies den Bericht als falsch zurück.

Der „Washington Post“ zufolge sprach Trump über Versuche des IS, in Flugzeugen Laptops als Waffen einzusetzen. US-Regierungskreisen zufolge gibt es neue Erkenntnisse, wie Extremisten solche Geräte mit Sprengsätzen ausrüsten wollen.

Daher erwäge die Regierung in Washington, das Verbot von Notebooks und Tablets an Bord von Passagiermaschinen auf einige europäische Länder auszuweiten, sagten Insider zuletzt der Nachrichtenagentur Reuters.

Eckdaten der ersten 100 Tage Trump-Präsidentschaft

23. Januar

Die USA machen den angekündigten Rückzug aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP wahr. Trump unterzeichnet einen entsprechenden Erlass.

25. Januar

Trump beauftragt per Erlass das Heimatschutzministerium, den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko in die Wege zu leiten.

27. Januar

Trump verfügt einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus sieben islamisch geprägten Ländern. Am 3. Februar unterbindet ein Bundesrichter in Seattle das Vorhaben vorläufig.

31. Januar

Trump benennt den konservativen Juristen Neil Gorsuch zum Richter am höchsten US-Gericht. Gorsuch wird am 7. April vom US-Senat bestätigt und am 10. April vereidigt.

13. Februar

Der Nationale Sicherheitsberater der US-Regierung, Michael Flynn, tritt zurück. Hintergrund ist ein Gespräch mit dem russischen Botschafter noch vor Antritt der neuen Regierung.

21. Januar

Die Regierung erweitert die Gruppe von Einwanderern, die festgenommen und abgeschoben werden können.

6. März

Trump unterzeichnet ein neues Einreiseverbot für Menschen aus nunmehr sechs vorwiegend muslimischen Ländern. Der Irak ist nicht mehr dabei. Am 15. März stoppt unter anderen ein Bundesrichter in Hawaii das Einreiseverbot vorerst.

24. März

Die Republikaner ziehen den von Trump unterstützten Gesetzentwurf für eine neue Gesundheitsversorgung kurz vor der Abstimmung im Parlament mangels Erfolgsaussichten zurück.

28. März

Der Präsident unterzeichnet ein Dekret, mit dem Kernstücke der Umweltpolitik der Vorgängerregierung aufgeweicht werden sollen.

7. April

Trump lässt im Bürgerkriegsland Syrien als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff einen Luftwaffenstützpunkt der Armee von Präsident Baschar al-Assad bombardieren. Das belastet die Beziehungen zu Assads Verbündetem Russland.

8. April

Angesichts wachsender Spannungen wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms kündigen die USA an, Kriegsschiffe in Richtung der geteilten koreanischen Halbinsel zu schicken. Trump setzt auf die Hilfe Chinas, hat aber auch gedroht, Nordkorea notfalls im Alleingang zu stoppen.

13. April

Das Pentagon bestätigt, dass US-Streitkräfte in Afghanistan eine riesige Bombe des Typs GBU-43 eingesetzt haben - auch bekannt als „Mutter aller Bomben“. Der Abwurf über der Provinz Nangarhar habe Tunnel der Terrormiliz Islamischer Staat sowie dessen Kämpfer zum Ziel gehabt.

Eine Quelle der „Post“ sagte, Trump habe „den Russen mehr Informationen preisgegeben, als wir mit unseren Verbündeten teilen“. Regierungsvertreter drückten ihre Besorgnis darüber aus, dass nun aufgedeckt sei, dass die USA über Geheimdienstinformationen aus dem IS verfügen. Das könnte die Fähigkeit der USA und ihrer Verbündeten schwächen, künftige Bedrohungen zu erkennen. „Trump wirkt sehr unbekümmert und begreift nicht die Bedeutung der Dinge, mit denen er zu tun hat, besonders wenn es um Geheimdienste und die nationale Sicherheit geht“, sagte ein nicht genannter ehemaliger Regierungsmitarbeiter.

Besonders alarmierend sei, dass Trump die Stadt innerhalb des IS-Territoriums genannt habe, aus der der befreundete Geheimdienst die Informationen gewonnen hat. Die „Washington Post“ schreibt über sich selbst: „Die Post hält Informationen wie den Namen der Stadt zurück. Regierungsvertreter haben darauf gedrungen, da mit einer Offenlegung wichtige Geheimdienstressourcen aufs Spiel gesetzt werden würden.“

Kommentare (2)

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Herr Lung Wong

16.05.2017, 10:02 Uhr

Und wo ist jetzt das Problem?

Herr Josef Steiner

16.05.2017, 11:41 Uhr

@Alessandro Grande: Dass die gesamte Regierung nebst BND sich haben jahrelang ausspionieren lassen, das ist nicht sträflich, sondern eher genehmigt. Denn schließlich leben wir immer noch unter dem Besatzungsstatut. Wolfgang Schäuble bestätigte es ja "Deutschland war seit 1945 nicht mehr souverän."

Einerseits wird hier ein Fass aufgemacht aber andererseits muss man schon zugeben: Trump ist ein Esel sondergleichen...

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