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23.05.2016

16:42 Uhr

Kampf gegen IS

Irakische Armee erobert erste Teile Falludschas zurück

Die USA sehen die Terrormiliz in der Defensive. Die irakischen Streitkräfte starten eine Offensive gegen den IS und berichten von ersten Erfolgen. Regierungschef Al-Abadi zeigt sich schon siegesgewiss.

Offensive der irakischen Armee

IS-Hochburg Falludscha soll baldmöglichst zurückerobert werden

Offensive der irakischen Armee: IS-Hochburg Falludscha soll baldmöglichst zurückerobert werden

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BagdadIrakische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Außenbezirke der IS-Hochburg Falludscha im Westen des Landes von der Terrormiliz Islamischer Staat zurückerobert. In einer Fernsehansprache in der Nacht zum Montag hatte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi mitgeteilt, eine von US-Luftangriffen unterstützte Militäroperation zur Rückeroberung der Stadt habe begonnen. Falludscha rund 70 Kilometer westlich der Hauptstadt Bagdad ist eine wichtige Hochburg der Terrormiliz IS im Westen des Iraks. Die Dschihadisten hatten die Stadt Anfang 2014 eingenommen.

Am Montagmorgen nahmen irakische Kräfte die Gegenden Karma, Schihabi und Al-Sedschar am westlichen Stadtrand von Falludscha ein, wie es aus Sicherheits- und Militärkreisen hieß. Der Regierungschef al-Abadi beaufsichtigte nach Angaben seines Büros die Offensive von deren Hauptquartier aus.

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Angetrieben von vorherigen Erfolgen gegen den IS will das irakische Militär nun Falludscha zurückerobern. Die Stadt ist eine besonders komplizierte Herausforderung für die Truppen.

Falludscha ist eine der zwei größten Städte in der primär sunnitischen westirakischen Provinz Al-Anbar. Die Rückeroberung von Falludscha wäre ein entscheidender Schlag gegen den IS im Westirak. Dort hat die Terrormiliz stetig an Macht verloren, zuletzt durch den Verlust der Provinzhauptstadt Ramadi. Nach der Befreiung Ramadis war die Stadt zum Großteil zerstört. Mit der Rückeroberung Falludschas wäre fast die gesamte Provinz Al-Anbar befreit, die schon zu US-Zeiten eine Hort des Widerstands war.

Die Einwohner der Stadt seien vor Beginn der Offensive mit dem Abwurf Tausender Flugblätter aufgefordert worden, die Stadt über sichere Wege zu verlassen. Familien, die dazu nicht in der Lage seien, sollten weiße Fahnen hissen. Der US-Fernsehsender NBC News berichtet unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten hohen Offizier, es seien 20.000 Soldaten im Einsatz, 15.000 weitere sollten bald eintreffen.

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Al-Abadi erklärte in der Fernsehansprache: „Die Stunde der Befreiung Falludschas hat geschlagen.“ Der Zeitpunkt des endscheidenden Siegs sei nahe. Die Terrormiliz habe keine andere Wahl, als zu fliehen. Al-Abadi versprach, dass die schwarze Fahne des IS heruntergerissen und bald wieder die irakische Flagge in Falludscha gehisst werde.

Wenige Tage vor der jetzigen Offensive hatten irakische Truppen die Stadt Rutba im Westen des Landes von den Extremisten zurückerobert. Die Terrormiliz IS kontrolliert weiterhin Teile des Irak, darunter die Stadt Mossul im Norden.

Von

dpa

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