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06.02.2015

17:22 Uhr

Kampf gegen IS

Mehr deutsche Waffen für Kurden

Kurden-Präsident Massud Barsani hat Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch um weitere Waffenlieferungen gebeten. Nun kommt die Verteidigungsministerin der Bitte nach. Vor den Waffen soll es aber andere andere Güter geben.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigt die nächste Waffenlieferung an die irakischen Peschmerga-Kämpfer an. Reuters

Von der Leyen kündigt Waffenlieferungen an

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigt die nächste Waffenlieferung an die irakischen Peschmerga-Kämpfer an.

MünchenDeutschland liefert den Kurden im Nordirak weitere Waffen, Ausrüstung und Verbandmaterial, um sie im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Darunter seien unter anderem 500 Panzerabwehr-Raketen des Typs Milan und 30 Abschussgeräte dafür, erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag. Außerdem werde Deutschland den Peschmerga 200 Panzerfäuste mit 2400 Schuss Munition, 4000 ältere Sturmgewehre des Typs G3 mit zwei Millionen Schuss Munition sowie zehn Maschinengewehre und 10.000 Handgranaten schicken.

Vor den Waffen sollen nach Angaben des Ministeriums allerdings andere Ausrüstungsgüter geliefert werden. Darunter sind jeweils zehn gepanzerte Patrouillenfahrzeuge und Sanitäts-Unimogs, Verbandmaterial und je 6000 Satz Mützen, lange Unterwäsche, Kampfstiefel, Handschuhe und Helme.

Kurden-Präsident Massud Barsani hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch in Erbil Mitte Januar um weitere Waffenlieferungen gebeten. Seine Generale erklärten, dass die Peschmerga dringend Verbandmaterial und mehr panzerbrechende Waffen wie die Milan brauchten. Sie sollen gegen die gepanzerten Fahrzeuge eingesetzt werden, die der IS von der irakischen Armee erbeutet hatte. Deutschland hatte bereits Ende des vergangenen Jahres Waffen und Material an die Kurden geliefert.

Fakten zur Panzerwaffe Milan

Die Panzerwaffe Milan

Zu den Waffen, die die Bundeswehr für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak zur Verfügung stellt, gehört auch die tragbare Panzerabwehrwaffe vom Typ „Milan“. Das deutsch-französische Konsortium Euromissile (heute MBDA) entwickelte das Waffensystem zu Beginn der 1970er Jahre.

Quelle: dpa.

Schlagkraft des Milan

Es kann Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in einer Entfernung von 300 Metern bis fast zwei Kilometern zerstören. Der über einen Lenkdraht gesteuerte und mit einem Gefechtskopf bestückte Flugkörper durchschlägt bis zu 70 Zentimeter dicken Panzerstahl. Mittels Wärmebildgerät kann das System auch bei Dunkelheit eingesetzt werden.

Verbreitung des Milan

Nach Angaben der Bundeswehr lieferte der Hersteller bis heute mehr als 10 000 Panzerabwehrwaffen dieses Typs in rund 40 Länder - darunter Italien, Spanien, Griechenland oder Südafrika. 1600 davon sind im Besitz der Bundeswehr. Deutsche Truppen nutzen sie im Rahmen des internationalen Einsatzes in Afghanistan. Britische Streitkräfte setzten sie unter anderem im Golfkrieg ein. Die kurdischen Kämpfer sollen aus Deutschland 500 davon bekommen.

Die Bundesregierung erklärte nun zudem ihre grundsätzliche Bereitschaft, auch die irakische Zentralregierung mit Ausrüstung zu unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte nach einem Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi als Beispiele Helme, Nachsichtgeräte und Winteruniformen. Al-Abadi erklärte jedoch, er wünsche sich auch Waffenlieferungen. Diese solle es aber nicht geben, erklärte das Bundesverteidigungsministerium.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Marc Otto

06.02.2015, 17:35 Uhr

Nachdem das IS-Problem bereinight ist, dürfte wohl die türkisch, kudische Lösung näher kommen. Zu lange hatten die Kurden keine Chance gegen die Türken, die mit NATO Waffen auf einem sehr hohen Level die netten Kurden am Boden hielten

Herr Marc Otto

06.02.2015, 17:37 Uhr

Aber das Blatt wendet sich. endlich bekommen auch die Kurden akteulle Waffen, die man erfolgreich gegen die Türken einsetzen wird. Aber das alles ist ein Punkt für übermorgen.

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