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08.04.2016

13:51 Uhr

Kampf gegen IS-Miliz

Syrische Rebellen erobern frühere IS-Hochburg

Noch immer kontrolliert die IS-Miliz weite Teile Syriens und des Iraks. In den vergangenen Monaten wurde sie allerdings zurückgedrängt. Ein neuer Erfolg gelang nun syrischen Rebellen in der früheren IS-Hochburg al-Rai.

In den vergangenen Monaten wurde die radikale Islamistenmiliz Islamischer Staat zurückgedrängt. dpa

Eine zerstörte Schule in Syrien

In den vergangenen Monaten wurde die radikale Islamistenmiliz Islamischer Staat zurückgedrängt.

AmmanAn der Grenze zur Türkei haben syrische Rebellen die einstige IS-Hochburg al-Rai erobert. Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) hätten die Stadt im Norden der Provinz Aleppo nach schweren Kämpfen mit der radikal-islamischen IS-Miliz unter ihre Kontrolle gebracht, berichtete die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

Einige FSA-Rebellen seien mit türkischen Waffen ausgerüstet gewesen. „Das ist der Anfang vom Ende von Daesch“, sagte Abu Abdullah von der Nur-al-Din-al-Sinki-Brigade und verwendete den arabischen Namen des sogenannten Islamischen Staates.

Die Nachrichtenagentur Amak, die dem IS nahesteht, räumte ein, „Brigaden der von den USA und der Türkei unterstützten Opposition“ hätten al-Rai eingenommen. Dem seien tagelange Angriffe mit US-Bomben und türkischer Artillerie vorausgegangen.

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Waffenruhe

In dem Text heißt es, eine Feuerpause werde binnen einer Woche in Kraft treten, und zwar „nach der Bestätigung durch die syrische Regierung und die Opposition“. Obwohl es eine solche bislang von beiden Seiten nicht gegeben hat, gehen Diplomaten davon aus, dass die Frist für die Waffenruhe an diesem Freitag ausgelaufen ist.

Allerdings ging die Gewalt in mehreren Teilen Syriens weiter. In den Tagen zuvor hatte vor allem die russische Luftwaffe nach Angaben von Aktivisten ihre Angriffe intensiviert, um die Regime-Anhänger gegen Rebellen zu unterstützen. Ausgenommen von der Feuerpause sind nur Kämpfe gegen Extremisten etwa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der Al-Nusra-Front, des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida.



Hilfslieferungen

Die Einigung sieht zudem humanitäre Hilfe für sieben belagerte Gebiete vor, in denen Zehntausende Menschen akut unter Mangelversorgung leiden. In fünf Orten kamen in dieser Woche Hilfskonvois mit Nahrung und Medizin an. Die Lieferungen sollen nach UN-Angaben in den nächsten Tagen und Wochen weitergehen. Zudem laufen Vorbereitungen, die vom IS eingeschlossenen Teile der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur aus der Luft zu versorgen.

Friedensverhandlungen

Die Anfang Februar ausgesetzten Gespräche zwischen Regierung und Opposition sollen vorangetrieben werden. Allerdings ist völlig unklar, wann sie weitergehen können. Der zunächst angedachte Termin 25. Februar ist unrealistisch.

„Es ist ein Sieg der Freien Syrischen Armee“, sagte Abu Abdullah. Die FSA werde nun weiter auf Rakka und alle anderen vom IS besetzten Städte vorrücken. Der IS, der noch immer weite Teile Syriens und des Nachbarlandes Irak kontrolliert, hatte Rakka als Hauptstadt auserkoren.

In den vergangenen Monaten wurden die radikalen Islamisten jedoch zurückgedrängt. So haben die Rebellen in den vergangenen Tagen die Einnahme mehrere Dörfer in der Region verkündet. Der Vormarsch der nicht dschihadistischen Rebellen gibt der Türkei Auftrieb, die Geländegewinne der syrisch-kurdischen Rebellen an ihrer Grenze verhindern will.

Eine Stärkung dieser Aufständischen ist der türkischen Regierung angesichts ihres Konfliktes mit den Kurden im eigenen Land ein Dorn im Auge. Aber auch die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben mit Unterstützung der russischen Luftwaffe gegen den IS Boden gutgemacht und unlängst unter anderem Palmyra erobert.

Von

rtr

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