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17.05.2015

21:09 Uhr

Kampf gegen IS

Soldaten flüchten, Ramadi ist gefallen

Neuer Rückschlag für die irakische Armee im Kampf gegen die Terrormiliz IS: In Ramadi, der Provinzhauptstadt von Anbar, erobern die Extremisten offenbar einen letzten Stadtteil. Und wieder fliehen die Soldaten.

In Anbar waren die Extremisten bereits Anfang Januar 2014 eingefallen, sie kontrollierten seitdem Teile von Ramadi und nahmen Falludscha ein. ap

Gefecht in Ramadi

In Anbar waren die Extremisten bereits Anfang Januar 2014 eingefallen, sie kontrollierten seitdem Teile von Ramadi und nahmen Falludscha ein.

BagdadDie Terrormiliz Islamischer Staat hat eigenen Angaben zufolge die westirakische Stadt Ramadi nach dem Rückzug des irakischen Militärs nun vollständig unter ihrer Kontrolle. Das erklärte der IS am Sonntagabend in einer im Internet veröffentlichten Botschaft. Der Gouverneur der Provinz Anbar bestätigte, dass die rund 110 Kilometer westlich von Bagdad liegende Provinzhauptstadt an den IS gefallen sei. Für die Armee und die irakische Regierung ist dies ein neuer Rückschlag im Kampf gegen die Terrormiliz. Zuvor waren einige irakische Soldaten nach Gefechten mit IS-Kämpfern in der Provinzhauptstadt Ramadi regelrecht vor den Extremisten geflüchtet und hatten Waffen sowie rund 30 Fahrzeuge zurückgelassen.

Auch die Armee ermahnte die Soldaten, in Anbar zu bleiben. Wie die Lage in der Provinz aussieht, wurde nicht gesagt. Bisherige Schätzungen gingen davon aus, dass der IS bereits mindestens 65 Prozent des Gebietes erobert hat. Das Verteidigungsministerium teilte seinerseits mit, die irakische Armee habe Luftangriffe auf IS-Stellungen in Ramadi geflogen. Details dazu wurden nicht bekannt.

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Selbst wo der IS geschlagen ist, bleibt der Horror: In Kobane etwa sind die Häuser vermint und voller Leichen. Landgewinne macht die Miliz nun nicht mehr, hält aber ihr Territorium. Ihre Macht ist längst nicht gebrochen.

Mit dem Befehl zum Durchhalten wollte Al-Abadi offenbar ein neues Debakel um die Armee des Landes wie im Sommer 2014 vermeiden. Damals flohen irakische Soldaten vor dem heranrückenden IS, der seit seinem schnellen Vormarsch nunmehr große Teile des Landes kontrolliert. In Anbar waren die Extremisten bereits Anfang Januar 2014 eingefallen, sie kontrollierten seitdem Teile von Ramadi und nahmen Falludscha ein.

Zur Unterstützung der irakischen Soldaten ordnete Al-Abadi ferner an, dass sich schiitische Milizen für einen Einsatz in der vorwiegend von Sunniten bewohnten Provinz bereithielten. Er räumte dabei Bedenken aus dem Weg, dass die Präsenz von Schiiten zu noch mehr Gewalt in Anbar führen könne.

Kommentare (1)

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Lars Werner

18.05.2015, 10:33 Uhr

Der IS, gelenkt von den westlichen Geheimdiensten für die geopolitischen Interessen und Rohstoffen läßt Araber gegeneinander kämpfen und die Drahtzieher in Washington und Jerusalem reiben sich die Hände.

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