Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.11.2014

21:08 Uhr

Kampf gegen IS-Terrormiliz

IS-Führer bei US-Luftschlag verwundet

Der IS-Führer Abu Bakr al-Baghadi soll verwundet worden sein. US-Kampfjets nahmen einen Konvoi mit Anführern der Dschihadisten ins Visier. Die Kämpfe gegen die Terrormiliz IS gehen im Irak und in Syrien weiter.

Ein US-Kampfjet: Ein Konvoi mit zehn bewaffneten Fahrzeugen soll in der vergangenen Nacht einen IS-Konvoi im Irak bombardiert und „viele Menschen“ getötet haben. Reuters

Ein US-Kampfjet: Ein Konvoi mit zehn bewaffneten Fahrzeugen soll in der vergangenen Nacht einen IS-Konvoi im Irak bombardiert und „viele Menschen“ getötet haben.

Washington/BagdadDer Anführer der Terrorgruppe Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, ist nach einem Bericht des irakischen Staatsfernsehens bei einem Luftangriff verletzt worden. Zwei irakische Beamte bestätigten dies am Sonntag. So sagte ein Beamter des Innenministeriums in Bagdad der Nachrichtenagentur AP, die Verwundung rühre von einem Luftangriff am Samstag in der Stadt Kaim in der Provinz Anbar. Der Beamte berief sich auf Informanten innerhalb des IS. Ein hoher Militärvertreter sagte ebenfalls, er habe die Information, dass al-Bagdadi verwundet sei. Wie schwer die Verletzungen sind, blieb zunächst offen.

In den USA erklärten Beamte des Verteidigungsministeriums, ihnen liege keine Information über eine Verletzung al-Bagdadis vor. Das Pentagon hatte aber in der Nacht zum Sonntag bekanntgegeben, dass das US-Militär Angriffe gegen IS-Führer im Irak geflogen habe.

Der Irak und die USA verstärken den Kampf gegen die radikale Miliz Islamischer Staat (IS). Am Wochenende gelangen den irakischen Regierungstruppen und der US-geführten Militärallianz offenbar zwei strategisch wichtige Schläge. Irakische Soldaten rückten nach Angaben eines Offiziers ins Zentrum der seit Juni von den Extremisten besetzten Industriestadt Baidschi ein.

Ganz in der Nähe befindet sich die vom IS belagerte größte Erdölraffinerie des Golfstaats. Zudem zerstörte das US-Militär aus der Luft nahe der größten nordirakischen Stadt Mossul eine Fahrzeugkolonne, in der mehrere IS-Anführer vermutet wurden. Ob sich auch der Chef der Islamisten, Abu Bakr al-Baghdadi, in einem der zehn Lkw befand, war jedoch zunächst nicht klar.

US-Präsident Barack Obama genehmigte eine Verdoppelung des amerikanischen Truppenkontingents im Irak auf etwa 3000 Soldaten, die aber nicht direkt in die Kämpfe eingreifen sollen. Dies sei der Start in eine neue Phase des Kampfes gegen den IS, sagte Obama am Sonntag.

In Baidschi tobten Augenzeugen zufolge schwere Kämpfe. „Ich höre, wie ständig geschossen wird und es laut knallt“, sagte Sultan al-Dschanabi der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag in einem Telefonat. „Das geht seit einer Stunde so ohne Unterbrechung.“ Ein Oberst sagte, die Soldaten seien von Süden und Westen eingerückt und kontrollierten inzwischen etwa 40 Prozent des Zentrums der 200.000-Einwohner-Stadt. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×