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14.04.2015

07:25 Uhr

Kampf gegen IS

Terrormiliz verliert Gebiete im Irak

Der IS verliert nach monatelangen alliierten Luftangriffen zunehmend an Territorium im Irak. Doch besiegt ist die Terrormiliz nach US-Angaben längst noch nicht. Nun reist der irakische Regierungschef nach Amerika.

Nach Luftangriffen der Anti-Terror-Koalition und dem Einsatz irakischer Bodentruppen hat der IS große Gebiete verloren. AFP

Militärzeremonie im Irak

Nach Luftangriffen der Anti-Terror-Koalition und dem Einsatz irakischer Bodentruppen hat der IS große Gebiete verloren.

WashingtonDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Irak nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums durch die Luftangriffe der Alliierten und den Einsatz irakische Bodentruppen große Gebiete verloren. Seit Beginn der Gegenoffensive habe die Terrormiliz etwa 25 bis 30 Prozent des Territoriums dort eingebüßt, sagte Heeresoberst Steve Warren nach Pentagon-Angaben vom Montag.

Die Luftangriffe und der Einsatz irakischer Bodentruppen hätten Auswirkungen auf die Fähigkeit des Feindes gehabt, Gebiete zu halten und sich frei zu bewegen. „Der IS hat große Gebiete verloren, in denen er zuvor dominiert hatte“, sagte Warren. Er veranschlagte das für die IS verlorene Gebiet auf eine Fläche zwischen 13.000 und 17.000 Quadratkilometern, seit dem die Terrormiliz im August 2014 ihre größte flächenmäßig Ausdehnung im Irak erreicht hätte.

Auch wenn es noch zu früh sei, davon zu sprechen, dass sich das Blatt gewendet habe, hätten die irakischen Streitkräfte unterstützt von den Luftangriffen der Koalition der Terrormiliz zweifelsfrei Schaden zugefügt, meinte Warren.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

US-Präsident Barack Obama empfängt an diesem Dienstag den irakischen Regierungschef Haidar al-Abadi im Weißen Haus. Dabei dürfte es vor allem um den Kampf gegen die IS und die Zusammenarbeit des US-Militärs mit den irakischen Sicherheitskräften gehen.

In Washington heißt es, möglicherweise werde der Iraker um mehr Waffenhilfe bitten. Die USA sind seit Monaten vor allem mit Kampfflugzeugen im Einsatz, um den Vormarsch der sunnitischen Terrormilizen zu stoppen. Sie haben zudem lediglich Militärberater geschickt, die die irakischen Truppen schulen sollen. Bei ersten Angriffswellen gab es immer wieder Berichte, wonach irakische Einheiten vor den IS-Kämpfern geflohen seien.

Von

dpa

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