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24.07.2015

05:04 Uhr

Kampf gegen IS

Türkei erlaubt USA Nutzung von Luftwaffenbasis

Die von den USA geführte Militärallianz kann einen Flughafen in der Türkei für Luftschläge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nutzen. Kritiker werfen der Regierung in Ankara seit langem Untätigkeit vor.

Die Türkei genehmigt den USA die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik. ap

Luftangriffe

Die Türkei genehmigt den USA die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik.

WashingtonDie Türkei genehmigt den USA, den strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunkt Incirlik für Luftangriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat zu nutzen. Dies teilten ranghohe US-Regierungsbeamte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP mit. Aus Ankara gab es dazu zunächst keine Stellungnahme. Sollten sich die Angaben bestätigen, hätte die Türkei einen Kurswechsel vollzogen. Eine gewichtige Rolle in der US-geführten Anti-IS-Koalition hat sie bislang abgelehnt. Nach mehreren tödlichen Attacken und Anzeichen verstärkter IS-Aktivitäten im Grenzgebiet zu Syrien ist Ankara jedoch alarmiert.

Auf die Nutzung der Luftwaffenbasis Incirlik habe sich US-Präsident Barack Obama am Mittwoch in einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan verständigt, sagten die Gewährsleute. Vorausgegangen waren demnach monatelange US-Appelle und Verhandlungen über den Stützpunkt und weitere Militärbasen in der Türkei.

Strategisch wichtiger Zugang

Incirlik liegt im Süden der Türkei, unweit der Grenze zu Syrien und von der IS-Miliz kontrollierten Gebieten wie der Stadt Al-Rakka, die die Dschihadisten zur Hauptstadt ihres Kalifats erklärt haben.

Der Zugang zum Luftwaffenstützpunkt Incirlik werde es den USA daher erlauben, schneller und flexibler IS-Ziele anzugreifen, sagten die US-Regierungsbeamten. Falls der Deal greife, könnte die US-geführte Militärkoalition ihre Aufklärungsflüge über Syrien verbessern sowie schneller als bisher auf Geheimdienstinformationen reagieren.

Bisher nutzten die USA und ihre Partner für Luftangriffe auf den IS vor allem Startrampen im Irak, Jordanien und den Golfstaaten. Nach der neuen Vereinbarung dürfte das US-Militär bemannte und unbemannte Flüge von Incirlik aus abheben. Zuvor waren lediglich unbemannte Drohnenflüge erlaubt.

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Unter Verweis auf Sicherheitsgründe lehnte das Weiße Haus eine Bestätigung des Deals ab. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Alistair Baskey, sagte nur, dass Obama und Erdogan sich auf eine Vertiefung der Kooperation im Kampf gegen den IS verständigt hätten. Die Türkei sei ein wichtiger Partner im Bemühen, die Terrormiliz in die Knie zu zwingen.

Zwar gehört Türkei der Anti-IS-Koalition an, hatte sich aber bisher dagegen gesträubt, sich zu tief in den Konflikt hineinziehen zu lassen. Hintergrund ist der Frust der Regierung in Ankara über die amerikanische Strategie im Umgang mit Syrien. Obama räumt dem Kampf gegen den IS größere Priorität als einem Vorgehen gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ein, auf dessen Abgang die Türkei pocht.

In den vergangenen Tagen allerdings wurde die Türkei zum Ziel mutmaßlicher IS-Terrorangriffe. Am Montag tötete eine Selbstmordattentäter 32 Menschen in der Grenzstadt Suruc. Für die Tat machte Ankara die IS-Miliz verantwortlich. Am Donnerstag wurde ein türkischer Soldat von Syrien aus erschossen. Das türkische Militär schoss zurück und tötete mindestens einen IS-Kämpfer.

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

24.07.2015, 09:09 Uhr

Türkei fliegt Luftangriffe gegen den IS
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Als Reaktion auf die Angriffe des IS auf türkische Soldaten reagiert jetzt die Türkei mit Luftangriffen.
Bisher hatte sie den IS geduldet respektive unterstützt. Es ging um den gemeinsamen Gegner, die Kurden.
Die Türkei war für die IS-Terroristen stets ein Rückzugsgebiet. Sie wurden auch mit Waffen versorgt.
Jetzt ist das plötzlich anders.

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