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20.10.2014

18:37 Uhr

Kampf gegen IS

Türkei lässt Kurden-Kämpfer nach Kobane

Die Türkei öffnet die Grenzen für irakische Kämpfer, die den Kurden in Kobane Helfen wollen. Bislang hatte sich Ankara gegen eine Unterstützung der Minderheit gewehrt. Die Gräben zwischen Türken und Kurden sind tief.

Kampf gegen IS

Türkei räumt Korridor für Kämpfer ein

Kampf gegen IS: Türkei räumt Korridor für Kämpfer ein

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AnkaraDie Türkei will nach wochenlanger Weigerung offenbar kurdische Kämpfer nach Syrien in die Schlacht um die Stadt Kobane ziehen lassen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu kündigte am Montag an, sein Land wolle irakischen Kurden den Grenzübertritt nach Kobane ermöglichen – die Stadt wird seit rund einem Monat von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) belagert. Einzelheiten nannte er nicht.

Vertreter der irakischen Kurden sagten umgehend die Entsendung von Kämpfern zu. Die in Kobane eingeschlossen Kurden erhielten zudem neue Waffen. Die US-Luftwaffe warf das militärische Material sowie medizinische Güter in der Nacht über Kobane ab. Ein Sprecher der Kurden-Kämpfer sagte, das werde die Kampfmoral stärken. Allerdings brauchten sie noch viel mehr Waffen, um gegen die sunnitischen Extremisten bestehen zu können.

In den vergangenen Wochen hat die Türkei kurdische Kämpfer, die den eingeschlossenen syrischen Kurden in Kobane zu Hilfe kommen wollten, nicht über die Grenze gelassen. Die türkische Regierung betrachte die syrische Kurdenmiliz YPG und ihren politischen Arm PYD genauso als Terror-Organisation wie die kurdische Arbeiterpartei PKK in der Türkei, lautet die Begründung von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Auch lehnt er Waffenlieferungen an die Kurden im Nachbarland ab. „So etwas von uns zu erwarten ist unmöglich“, sagte Erdogan laut türkischen Medien. Diese Haltung haben in der Südtürkei schwere Krawalle zwischen Kurden und Sicherheitskräften ausgelöst, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden. Auch die USA reagierten zunehmend gereizt, dass der Nato-Partner sich nicht mehr in den Kampf gegen den IS engagiert, der weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht hat. Mit Enthauptungen westlicher Geiseln und anderen Gräueltaten an Andersgläubigen sorgt die Organisation weltweit für Entsetzen.

US-Außenminister John Kerry sagte in Indonesien, die USA hätten die Türkei gebeten mitzuhelfen, dass die kurdische Peschmerga-Miliz oder andere Gruppen nach Kobane gelangen könnten, um bei der Verteidigung der Stadt gegen den IS zu helfen. Die nordirakischen Kurden kündigten umgehend an, Peschmerga-Kämpfer zu schicken. „Wir sind bereit, über Land oder per Flugzeug Verstärkung zu schicken“, sagte ein Sprecher der kurdischen Regionalregierung im Nordirak. Die Vorbereitungen dafür liefen.

Kommentare (3)

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G. Nampf

20.10.2014, 13:09 Uhr

"Irakische Kurden-Kämpfer dürfen nach Kobane"

Was die türkische Regierung nicht sagt: "... aber bitte nur unbewaffnet, damit der IS sie besser abschlachten kann" (/Sarkasmus aus).

Herr Teito Klein

20.10.2014, 19:11 Uhr

Die USA liefern Waffen nach Kobane
-------------
Die Vereinigten Staaten haben kurdische Kämpfer in Kobane mit Waffen versorgt. Die Türkei kündigt an, Peschmerga-Kämpfern aus dem Irak die Durchreise in die umkämpfte Stadt zu erlauben.

Das gefällt der Türkei natürlich nicht. Sie schauen lieber untätig zu, wie die Terrormiliz in Kobane weiter vorrückt. Jetzt werden sie aber zurückgedrängt.
Für Erdogan ist die PYD genauso wie die PKK eine Terrororganisation.

Das chaotische Hin und Her ist nicht nur peinlich für eine Nation, die als Führung- und Ordnungsmacht im Nahen Osten ernstgenommen werden will. Es ist auch ein Zeichen für den Realitätsverlust der türkischen Außenpolitik in den vergangenen Monaten.

Erdogan irrlichtert nur noch herum. Er ändert täglich seine Meinung

Herr Teito Klein

20.10.2014, 19:11 Uhr

Die USA liefern Waffen nach Kobane
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Die Vereinigten Staaten haben kurdische Kämpfer in Kobane mit Waffen versorgt. Die Türkei kündigt an, Peschmerga-Kämpfern aus dem Irak die Durchreise in die umkämpfte Stadt zu erlauben.

Das gefällt der Türkei natürlich nicht. Sie schauen lieber untätig zu, wie die Terrormiliz in Kobane weiter vorrückt. Jetzt werden sie aber zurückgedrängt.
Für Erdogan ist die PYD genauso wie die PKK eine Terrororganisation.

Das chaotische Hin und Her ist nicht nur peinlich für eine Nation, die als Führung- und Ordnungsmacht im Nahen Osten ernstgenommen werden will. Es ist auch ein Zeichen für den Realitätsverlust der türkischen Außenpolitik in den vergangenen Monaten.

Erdogan irrlichtert nur noch herum. Er ändert täglich seine Meinung

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