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12.10.2014

22:25 Uhr

Kampf gegen IS

USA dürfen türkische Flughäfen benutzen

Laut US-Regierungsinformationen dürfen die USA und ihre Verbündeten einige türkische Flughäfen benutzen, um von dort aus IS-Milizen anzugreifen. Einen Waffen-Korridor an der Grenze lehnt die Türkei aber ab.

Kurden beobachten die türkisch-syrische Grenze: Luftangriffe von türkischen Flughäfen sind jetzt möglich. AFP

Kurden beobachten die türkisch-syrische Grenze: Luftangriffe von türkischen Flughäfen sind jetzt möglich.

IstanbulDie USA und ihre Verbündeten dürfen nach US-Regierungsinformationen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat türkische Flughäfen nutzen. Beamte des US-Verteidigungsministeriums sagten, zu den Einrichtungen gehöre auch die Luftwaffenbasis Incirlik im Süden der Türkei. Von dort könnten Flugzeuge zu Angriffen gegen den IS in Syrien und im Irak starten.

Die US-Regierung hatte die Türkei gedrängt, sich stärker im Kampf gegen die Terrormiliz zu engagieren. Am Sonntag sagte in türkischer Regierungsbeamter, etwa 4000 Kämpfer der moderaten syrischen Rebellen sollten auf türkischem Boden ausgebildet werden. Zuvor werde sie der Geheimdienst überprüfen.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel dankte seinem türkischen Kollegen Ismet Yilmaz für die Unterstützung der Türkei im Kampf gegen den IS.

Die Türkei hat in den vergangenen Wochen mehrere Hunderttausend Kurden aufgenommen, die vor den vorrückenden IS-Kämpfern in Syrien geflohen sind. Das Land fordert die Einrichtung einer Sicherheits- und Flugverbotszone im Grenzgebiet Syriens zur Türkei.

Die kurdischen Kämpfer im Überblick

Peschmerga

Im Irak stellt sich vor allem die Peschmerga den Dschihadisten entgegen, um die kurdische Autonomieregion im Norden zu schützen. Der Name der Armee bedeutet in etwa „Jene, die dem Tod ins Auge sehen“. Die Streitkräfte gingen aus bewaffneten Einheiten insbesondere der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) im Nordirak hervor. Experten gehen von etwa 130.000 bis 200.000 Kämpfern aus. Viele unterstehen der kurdischen Regionalregierung.

YPG

In Nordsyrien kämpfen derzeit insbesondere die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gegen die IS-Extremisten. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden und wollen ihre drei „autonomen Kantone“ schützen, die nach dem Rückzug der syrischen Regierungstruppen in den überwiegend von Kurden bewohnten Regionen errichtet wurden.

PKK

Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist und auch in europäischen Ländern und den USA auf der Terrorliste steht. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen.

Forderungen nach einem Unterstützungskorridor in die von der radikalen IS-Miliz belagerte syrische Grenzstadt Kobane lehnte die Türkei jedoch ab. Einen solchen Zugang einzurichten, über den von der Türkei aus Waffen und Kämpfer zur Unterstützung der Kurden in die Stadt gelangen könnten, bezeichnete Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Sonntag als unrealistisch. Ein eigenes militärisches Eingreifen hat die Türkei bereits ausgeschlossen, obwohl auch international der Druck auf die Regierung wächst. So gingen in Düsseldorf am Samstag Zehntausende Kurden aus Solidarität mit den Bewohnern Kobanes auf die Straßen.

Kommentare (2)

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G. Nampf

13.10.2014, 11:37 Uhr

Die Erlaubnis der Türkei kommt zu zögerlich und zu spät .

G. Nampf

13.10.2014, 11:39 Uhr

"„Jede Mücke einzeln zu töten, ist nicht die richtige Strategie. Wir müssen die Wurzeln rausreißen, die der Grund für diese Situation sind ... und das ist ganz klar das Assad-Regime in Syrien“, sagte Cavusoglu"

Das hieße, die türkische Regierungpartei AKP müßte auch bekämpft werden, denn AKP und IS sind Geschwister im Geiste.

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