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19.05.2015

13:45 Uhr

Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Brüssel erhöht Soforthilfen für klamme EU-Staaten

Klamme EU-Staaten bekommen für die Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit mehr Geld aus Brüssel. Profitieren sollen Länder wie Spanien und Griechenland. Fünf Millionen junge Europäer sind derzeit ohne Job.

Auch in Spanien ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen besonders hoch. Geld von der EU soll nun in spezielle Förderprojekte fließen. dpa

Arbeitsamt in Spanien

Auch in Spanien ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen besonders hoch. Geld von der EU soll nun in spezielle Förderprojekte fließen.

BrüsselEU-Staaten wie Griechenland und Spanien bekommen insgesamt eine Milliarde Euro Soforthilfe zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit. Das Geld solle es ermöglichen, schnell Programme zu starten, teilten die zuständigen EU-Minister am Dienstag nach einem Treffen in Brüssel mit.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass von Jugendarbeitslosigkeit betroffene Staaten die eigentlich verlangte Vorfinanzierung für Hilfsprojekte mitunter nicht leisten könnten. Üblich ist, dass Projekte von Regierungen zunächst vorfinanziert und die Kosten aus EU-Mitteln dann später erstattet werden.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

In diesem Jahr sollte es eigentlich nur Vorauszahlungen in Höhe von 67 Millionen Euro geben.

Nach Angaben der EU sind derzeit rund fünf Millionen junge Europäer ohne Job oder Ausbildungsplatz. Besonders hoch ist die Jugendarbeitslosigkeitsquote laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat in Griechenland, Spanien und Kroatien.

Die Vorauszahlungen sollen im Rahmen des Programms „Beschäftigungsinitiative für junge Menschen“ fließen. In ihm stehen bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro zur Verfügung.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

19.05.2015, 14:41 Uhr

Wie viele Töpfe finden die eigentlich noch um Griechenland Geld rüber zu schieben?

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