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08.09.2015

16:47 Uhr

Kampf gegen PKK

Türkische Armee überquert Grenze zum Irak

Im Südosten der Türkei eskaliert die Lage: Türkische Soldaten sind in den Nordirak eingedrungen. Sie sollen dort Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei PKK jagen, heißt es. Zuvor hatte es einen Anschlag gegeben.

Bereits am Sonntag waren bei einem Anschlag in Daglica 16 Soldaten getötet worden. dpa

PKK attackiert türkische Sicherheitskräfte

Bereits am Sonntag waren bei einem Anschlag in Daglica 16 Soldaten getötet worden.

DiyarbakirBei einem Bombenanschlag kurdischer Extremisten sind im Osten der Türkei Regierungskreisen zufolge 14 Polizisten getötet worden. Die Tat ereignete sich am Dienstag in der Provinz Igdir, die an Armenien und den Iran grenzt. Bereits in der Nacht hatten mehr als 40 türkische Kampfflugzeuge Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak bombardiert. Zudem waren im Irak Bodentruppen weiter im Einsatz, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Die Auseinandersetzung verstärkt auch die Spannungen zwischen Türken und Kurden im Land selbst. So wurden in der Mittelmeerstadt Mersin mehrere Busse angegriffen, die in Kurdenregionen unterwegs waren.

Die bei dem Bombenanschlag getöteten Polizisten waren nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan zu einem Tor an der Grenze unterwegs, das auf dem Weg zur Autonomen Republik Nachitschewan liegt. Die Region grenzt an Armenien und den Iran und gehört zu Aserbaidschan.

Bereits am Sonntag kamen bei einem Bombenanschlag an der Grenze zum Irak 16 Polizisten ums Leben. Als Reaktion schickte die Regierung in Ankara in der Nacht zum Dienstag Kampfflugzeuge vom Typ F-16 und F-4 in den Irak und ließ Stellungen der PKK bombardieren. Dabei wurden Sicherheitskreisen zufolge Waffen- und Nahrungsmittellager getroffen.

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Steine und wütende Randalierer – wegen eines Tweets stürmten Anhänger der Regierungspartei AKP die Redaktion der türkischen Zeitung „Hürriyet”. Der Angriff kommt in einer schweren Zeit für die Pressefreiheit im Land.

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, die verbotene Organisation sei in der Türkei und im Ausland schwer getroffen worden und befinde sich in der Defensive. Die jüngsten Entwicklungen seien eine Panikreaktion der Aufständischen, erklärte er in einer Rede vor Wissenschaftlern in Ankara. Die Verluste der PKK gingen in die Tausende. Bereits am Sonntag hatte er erklärt, dass seit Juli 2000 Aufständische getötet worden seien.

Der wiederaufgeflammte Konflikt erschwert auch den internationalen Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat in Syrien. So kämpft eine PKK-Schwesterorganisation im Norden des Nachbarlandes gegen die Islamisten und wird dabei von den USA mit Luftangriffen unterstützt. Die Türkei befürchtet, dass Erfolge kurdischer Kämpfer in Syrien separatistische Bestrebungen unter den Kurden im eigenen Land schüren könnten.

Bereits jetzt kommt es zu Ausschreitungen türkischer Nationalisten. Medienberichten blockierten sie in Mersin eine Straße und bewarfen Busse mit Steinen. Zu einem weiteren Zwischenfall kam es im Ort Beypazari nahe der Hauptstadt Ankara, wie der Sender CNN Türk berichtete. Kurdische Landarbeiter entgingen demnach nur knapp Angreifern, die sie lynchen wollten.

Von

rtr

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