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11.08.2011

14:59 Uhr

Kampf gegen Randalierer

Britischer Premier will Twitter blocken lassen

Premierminister Cameron greift zu drastischen Maßnahmen. Im Unterhaus erläutert er, wie er für Frieden sorgen will. Bei Krawallen sollen Soldaten zum Einsatz kommen. Soziale Netzwerke will der Premier blocken lassen.

Cameron demonstriert Härte

Video: Cameron demonstriert Härte

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LondonDer britische Premierminister David Cameron will ohne jede Toleranz gegen Gewalttäter vorgehen. „Wir werden das in unserem Land nicht dulden“, sagte Cameron am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Parlaments in London. „Wir werden nicht zulassen, dass eine Kultur der Angst auf unseren Straßen herrscht und wir werden alles tun, was nötig ist, um Recht und Ordnung wiederherzustellen und unsere Stadtviertel aufzubauen.“

Für nötig hält Cameron offenbar auch, soziale Netzwerke zu blocken, um die Kommunikation der Randalierer untereinander zu stören. In seiner Rede deutete der Premier an, die Regierung plane soziale Netzwerke wie Twitter zu blocken, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. Eine Idee, die an die Vorgehensweise arabischer Despoten im Kampf gegen die Demokratiebewegung erinnert.

Konkrete Details nannte Cameron nicht, er sagte jedoch, dass die Randale in erster Linie über soziale Medien organisiert worden sei. Cameron wörtlich: "Freie Informationen können für das Gute, aber auch für das Böse verwendet werden." Die Regierung würde mit den Sicherheitsbehörden und der Industrie prüfen, ob es möglich sei, "die Kommunikationen dieser Leute zu unterbinden, wenn wir wissen, dass sie über Internetdienste Gewalt und Kriminalität planen".

Damit nicht genug. Cameron will bei künftigen Krawallen notfalls auch die Armee einsetzen, um der Polizei den Rücken freizuhalten. Die Regierung werde einen Militäreinsatz im Landesinneren prüfen, damit die Polizei ihre Kräfte künftig verstärkt „an der Front“ einsetzen könne, sagte Cameron im Unterhaus. Die Regierung wolle es der Polizei zudem erleichtern, Vermummte zum Ablegen ihrer Maskierung zu zwingen. Für die Besitzer von beschädigten Geschäften und Wohnungen versprach Cameron eine rasche und unkomplizierte Entschädigung, auch wenn die Betroffenen keine Versicherung abgeschlossen hätten.

Kommentare (10)

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S2C

11.08.2011, 15:18 Uhr

Natürlich sind die Randalierer Gewalttäter, die auch dafür bestraft werden müssen und sicherlich gibt es für die Verlierer der Gesellschaft es bessere oder 'zivilisiertere' Wege, ihren Unmut auszudrücken. Aber wenn die Regierung hier die Quittung für eine fehlgeschlagene Sozial- und Integrationspolitik bekommt, dann kann die Antwort nicht im Beschneiden des Rechtes auf freie Meinungsäußerung (via Social Media) oder in innerstädtischen Militäreinsätzen liegen. Hier geht gerade Demokratie den Bach runter!

flyingfridge

11.08.2011, 15:19 Uhr

"Freie Informationen können für das Gute, aber auch für das Böse verwendet werden."
Politiker-Intelligenz reicht leider nur zur Unterscheidung von schwarz und weiß, weitere Diferrenzierungen unmöglich.

„Ihr werdet dafür zahlen, was ihr angerichtet habt.“
Bei diesen Leuten ist ausser ein paar geklauten Handies nichts zu holen, womit sollen die bezahlen?

Twitter sperren ist gut, besser gleich das böse Internet abschalten und die Handynetze nicht vergessen. Wenn man dann die Armee gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, können die sich nicht so gut wehren.

werbrauchtfacebook

11.08.2011, 16:17 Uhr

Was bitte hat das mit freier Meinungsäußerung zu tun, wenn Kriminelle Krawalle nutzen, um Geschäfte auszurauben und zu zerstören. Hört endlich auf mit dieser "Kuscheleinstellung". Wenn mein Kind Dinge mutwillig zerstört oder gar klaut, wird es dafür geschimpf...und nicht gelobt, dass es seine Meinung kundgetan hat.

Wer bitte braucht Twitter? Was ist der wirtschaftlich und menschliche Mehrwert von Twitter? Wozu bitte sollen die Millionen Freunde auf Facebook nützlich sein. Kleiner Tipp...lest mal wieder ein Buch, oder ruft einen Freund an.

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