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24.06.2017

16:47 Uhr

Kampf gegen Terrormiliz IS

Eroberung Mossuls kostet hunderte Menschenleben

Die Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul vom IS ist angelaufen. Soldaten schaffen Fluchtkorridore. Doch viele Zivilisten kommen bei den Gefechten ums Leben. Oft werden sie als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Befreiung in Mossul

Hunderte Menschen entkommen aus IS-Gebiet

Befreiung in Mossul: Hunderte Menschen entkommen aus IS-Gebiet

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Kairo/MossulWährend der Offensive irakischer Truppen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Altstadt Mossuls sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen Hunderte Zivilisten getötet oder verletzt worden. Es gebe Berichte, wonach Tausende bis Zehntausende Einwohner als lebende Schutzschilde missbraucht würden, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, am Samstag. Hunderte Unbeteiligte, darunter Kinder, seien erschossen worden. Die UN erklärten, die Lage für die Zivilisten sei unvorstellbar.

Gleichzeitig haben Soldaten Fluchtkorridore für Zivilisten aus der umkämpften Altstadt geschaffen. Mehreren Hundert Menschen gelang es am Samstag auf diesem Weg, aus dem Kampfgebiet zu entkommen. Sie wurden von Soldaten mit Lebensmitteln und Wasser versorgt.

Zwei Jungen trösten sich gegenseitig, nachdem ihr Haus in der irakischen Stadt am Samstag getroffen wurde und einstürzte. dpa

Kampf um Mossul

Zwei Jungen trösten sich gegenseitig, nachdem ihr Haus in der irakischen Stadt am Samstag getroffen wurde und einstürzte.

Irakische Truppen hatten am zurückliegenden Sonntag mit der Offensive auf die dicht besiedelte Altstadt Mossuls begonnen. Die irakische Führung erklärte, sie hoffe, den IS bis zum Ende des Opferfestes nach dem Fastenmonat Ramadan in der kommenden Woche endgültig aus Mossul vertrieben zu haben. Das Zentrum ist das letzte Gebiet der Stadt noch unter der Herrschaft des IS. Grande zufolge sind noch immer 100.000 bis 150.000 Zivilisten in dem umkämpften Viertel gefangen. Es ist rund zwei Quadratkilometer groß. In den engen Straßen kämpfen sich die Soldaten Haus um Haus voran. Der Einsatz schweren Kampfgeräts ist kaum möglich. Keine Rücksicht mehr müssen sie auf die mittelalterliche Große Moschee von al-Nuri nehmen. Sie war am Mittwoch von IS-Kämpfern gesprengt worden. Unterstützt werden die Regierungstruppen von US-Kampfhubschraubern.

Der Irak hatte im vergangenen Herbst mit der Offensive auf die wichtigste Stadt des Landes unter Kontrolle des IS begonnen. Nach der Befreiung des Ostteils Mossuls begannen die Streitkräfte im Februar mit dem Sturm auf West-Mossul.

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