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30.07.2014

03:56 Uhr

Kampf mit Milizen

Libysche Regierung fordert Waffenruhe

Die libysche Regierung möchte Waffenruhe in Bengasi. Für die Bewohner sei die Lage untragbar. Eine islamistische Kampfeinheit erobert derweil einen wichtigen Armeestützpunkt.

Dunkle Rauchwolke über Tripolis: Seit Wochen bekämpfen sich in Libyen befeindete Milizen. dpa

Dunkle Rauchwolke über Tripolis: Seit Wochen bekämpfen sich in Libyen befeindete Milizen.

Kairo/BengasiDie libysche Übergangsregierung hat alle Armee-Einheiten in der östlichen Hafenstadt Bengasi angewiesen, umgehend alle Kampfhandlungen einzustellen. Die Regierung rief am Dienstag auch die islamistischen Milizen auf, ihre Waffen niederzulegen.

Die Lage der Bewohner Bengasis sei untragbar geworden und verlange ein sofortiges Eingreifen. Die Regierung kündigte an, alle Konfliktparteien in Bengasi zu einem Treffen einzuladen.

Islamistische Kampfeinheiten nehmen derweil einen wichtigen in Bengasi im Osten des Landes ein. Von Seiten des Militärs und der Aufständischen hieß es übereinstimmend, dass der Revolutionäre Schura-Rat von Bengasi das dortige Hauptquartier der Streitkräfte übernommen habe.

Libyen nach Gaddafi

20. Oktober 2011

Gaddafi wird in Sirte von Rebellen getötet.

27. Oktober

Die Vereinten Nationen beschließen das Ende des Militäreinsatzes; die Luftangriffe werden zum Monatsende beendet.

31. Oktober

Abdel Rahim al-Kib wird Chef der Übergangsregierung. Der Geschäftsmann löst Mahmud Dschibril ab, der zurückgetreten war.

3. November

Die Nato fordert von Libyens Regierung, im Land kursierende Waffen unter Kontrolle zu bringen. Im Bürgerkrieg kamen Tausende Waffen wie Boden-Luft-Raketen in die Hände von Milizen. 11. November: Rivalisierende Rebellengruppen liefern sich heftige Kämpfe um einen Militärstützpunkt westlich der Hauptstadt Tripolis.

11. November

Rivalisierende Rebellengruppen liefern sich heftige Kämpfe um einen Militärstützpunkt westlich der Hauptstadt Tripolis.

19. November

Gaddafis mit internatonalem Haftbefehl gesuchter Sohn Saif al-Islam wird im Süden des Landes festgenommen.

22. November

Al-Kib vergibt die Schlüsselressorts wie Verteidigung und Inneres an ehemalige Rebellenkommandeure. Die Übergangsregierung soll den demokratischen Aufbau in Libyen in Angriff nehmen.

6. Dezember

Die Übergangregierung setzt nach Gesprächen mit Regionalpolitikern eine Frist für die Entwaffnung der Rebellen in Tripolis. Bis Jahresende soll die Hauptstadt frei von Waffen sein.

17. Dezember

Der UN-Sicherheitsrat hebt die Sanktionen gegen die libysche Banken auf. Damit können seit dem Februar blockierte Auslands-Milliarden des Gaddafi-Regimes ins Land zurückfließen.

3. Januar 2012

Bei einem Gefecht zwischen Angehörigen verschiedener Revolutionstruppen in Tripolis kommen sechs Kämpfer ums Leben.

8. Januar

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagt in Tripolis weitere Wiederaufbauhilfe zu. Das Auswärtige Amt hat bereits acht Millionen Euro humanitäre Soforthilfe und einen Kredit von 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

23. Januar

Gaddafi-Anhänger erobern Bani Walid zurück. Bei der Erstürmung der Wüstenstadt sollen mindestens fünf Menschen getötet worden sein.

Situation heute

Libyen kommt nicht zur Ruhe: Auch rund 100 Tage nach dem Tod des Diktators Muammar al-Gaddafi wird noch geschossen. Kämpfe von Rebellen untereinander oder gegen Anhänger des alten Regimes behindern den Wiederaufbau des zerstörten Landes.

In Libyen toben Kämpfe verfeindeter Milizen. Seit die Kämpfe vor zwei Wochen zwischen Milizen aus Al-Sintan und Misrata begannen, wurden laut lokalen Medien in der Hauptstadt Tripolis etwa hundert Menschen getötet und mehr als 400 verletzt. Die bewaffneten Gruppen hatten einst als Revolutionsbrigaden den Aufstand gegen Gaddafi angeführt und kämpfen nun für eigene Interessen.

In der östlichen Hafenstadt Bengasi, wo der pensionierte Generalmajor Chalifa Haftar mit Hilfe abtrünniger Soldaten eigenmächtig gegen islamistische Milizen vorgeht, stürzte laut Nachrichtensender Al-Arabija ein Militärflugzeug ab. Die libysche Zeitung „Al-Wasat“ berichtete unter Berufung auf einen Sprecher von Haftars Militäroperation „Würde“, dass die Maschine aufgrund eines technischen Defekts abgestürzt sei. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz retten und das Flugzeug in die Richtung eines unbewohnte Gebietes steuern können, hieß es.

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